Alpencross Bodensee – Idee und Planung

Bei WANDERRAD.DE findest du viele Alpencross-Unternehmungen, die wir vom Bodensee aus in Konstanz gestartet haben und uns zu den verschiedensten Orten in und hinter die Alpen führten. Hier ein Überblick:

 

Alpencross Bodensee - immer ein Erlebnis

Die Idee, einen Alpencross vom Bodensee aus zu unternehmen, kam im Sommer 2006 auf. Wie und vom wem die Idee ins Leben gerufen wurde, ist nicht mehr genau zu reproduzieren. Seit der ersten Tour sind wir (das sind Stephan, Edi und ich, Uwe) vom Radeln auf unseren MTBs über die Alpen angetan und haben bislang jedes Jahr eine neue Expedition unternommen. Es mag Alpencross, Transalp oder einfach Alpenüberquerung heißen, wir bauen uns jedes Jahr eine neue Tour zusammen und es war bisher zumindest immer ein Berg in den Schweizer oder Österreichischen Alpen dabei.

 

Tourenplanung

Jeder im Team hat im Laufe der Zeit seine "Hausaufgaben" gefunden. Eine Aufgabe, die für eine MTB-Tour über die Alpen natürlich erforderlich ist, heißt Tourenplanung. Wir sind keine Hochleistungssportler und daher sind unsere Alpencross Bodensee-Touren von moderater Natur, d.h. wir suchen uns (heute!) nicht gerade Strecken über die Berge mit maximalem Schwierigkeitsgrad. Es war ein langer Lernprozess das richtige Gefühl für die Einschätzung von körperlicher Anstrengung auf den einzelnen Tagesetappen aus dem Kartenmaterial zu interpretieren. Diese Erfahrung, sowie auch weitere tourenkritische Faktoren, lassen sich auf die einzelnen Alpenüberquerungen verteilt etwa so beschreiben:

 

Alpencross Bodensee: mit dem MTB auf dem Panixerpass angekommen

 

Unsere erste Tour. Wir haben als Grundlage ein Mountainbike-Buch mit Beschreibungen von Alpencross-Touren als Grundlage genommen und die erste Etappe von Konstanz bis zum Schlappiner Joch selbst entworfen. Das war nicht sehr schwierig, da es einen Bodenseeradweg ins Rheintal gibt und von dort der Rheinradweg bis Feldkirch genommen werden kann. Der Rest bis zum Joch ist dann nicht mehr schwer gewesen.

Ab Ponte di Legno sind wir vom Buch abgewichen, da wir eine elendig lange Tragestrecke hätten nehmen müssen. Wir haben uns entschieden, die Straßenvariante über den Passo dell Tonale und weitere Pässe zu nehmen.

Fazit: Für ein paar absolute Grünhörner war die Tour im Ergebnis ein voller Erfolg, Schwierigkeiten sind nicht aufgetreten. Aus Angst vor dem Verhungern in den Bergen (jeder hat bestimmt einmal Filme über Leute gesehen, die in den Bergen eingeschneit, eingeklemmt oder wie auch immer am Vorwärtskommen behindert wurden) hatte ich auf der ersten Tour zur Sicherheit 20 Müsliriegel mitgenommen! Heute sind es vielleicht noch zwei.

 

Mutig mit dem Erfolg der ersten Tour gelang ein neuer Wurf, der auch wieder eine Mischung aus Buch und Eigenkreation war. Leider mussten wir die letzten Etappen abbrechen, da sehr schlechtes Wetter (Nordseite Alpen gut, Südseite Alpen miserabel mit Sturmböen) gemeldet wurde und wir nicht wussten, was uns beim Abstieg aus den Bergen erwarten würde. Das war unsere erste Erfahrung, im Team eine wichtige Entscheidung zu treffen und aus der Situation das Beste zu machen. Es hat uns ein stückweit mehr als Team zusammen geschweißt, denn wir haben auch diese Tour mittels Kreativität zu einer Ad-hoc geplanten Rücktour gut gemeistert.

Fazit: schlechtes Wetter zwingt in einigen Fällen (vor allem, wenn ein hoher Pass ansteht) die Tour umzuplanen, um kein Risiko einzugehen. Dann können die Folgeetappen mit gänzlich anderen Tageszielen aussehen. Das ist auch der Grund, warum wir kein Hotel oder Pension vorbuchen.

 

Ein Alpencross Bodensee, der komplett selbst entworfen wurde auf Basis "nehme ein Lineal und wähle die direkteste Strecke von Konstanz nach Ascona am Lago Maggiore". Mit Hilfe des Internets wurde die Passierbarkeit der Pässe mit dem MTB geprüft und markante Zielpunkte beim Streckenentwurf berücksichtigt. Als Highlights werden wir sicherlich die tollen Landschaftserlebnisse am Panixerpass oder in der Greina Hochebene nicht vergessen, auch wenn es sehr harte Trage- und Schiebearbeit stellenweise gab. Aber, liest den Bericht selber!

Fazit: Alles lief gut, das Wetter hat mitgespielt. Einzig war hier die Unterschätzung der Zeit, die wir für die Überquerung des Panixerpass benötigten und somit am Abend noch Zeit anhängen mussten, um die nächste Tagesetappe anzuschließen.

 

Ein weiterer unvollendeter Alpencross vom Bodensee aus, der aus selbigen Gründen wie bei der Comer See -Tour uns zur Tourenänderung bewegte: schlechte Wetteraussichten. Wir hatten die Wahl zwischen einer Schlechtwetterfront im Norden (Tuxer Alpen) mit Temperatursturz oder der Umleitung der restlichen Alpentour in den Süden nach Meran bei über 30 Grad. Auch hier trafen wir gemeinsam die Entscheidung und hatten noch einen schönen sommerlichen Abend in Meran ohne Regen.

Fazit: mal wieder ist das Wetter schuld!

 

  • Bodensee - Genfer See

Wenn wir schon bei den unvollendeten Touren sind, dann ist dies die kreativste Streckenänderung aller Alpencross vom Bodensee gewesen. Bereits am zweiten Tag fing das Wetter auf unserer Alpentour an zu kippen und ab dem dritten Tag waren nur noch Regen und dunkle Wolken unser Reiseerlebnis. Wir haben uns fast eine dreiviertel Woche mit der täglichen Hoffnung auf Besserung eingelassen, aber dann war die Moral und Durchhaltestimmung in ein Loch gepoltert. Am letzten Hoffnungstag gab es nur noch Dauerregen ab frühem Morgen und wie in den Tagen davor auch nur noch 11 Grad Temperatur. 

Die Heureka-Lösung kam vor der Verzweiflung: ab in den Zug in Schwyz und durch den Gotthard-Tunnel an den Lago Maggiore. Dank prompter Wetterinfo erfuhren wir, dass es in Cannobio bereits 27 Grad sind und die Sonne lacht. Per Zug ging es dann 2 Stunden auf Reise in einen gefühlt anderen Kontinent und wir haben den Rest unseres Urlaubes in Cannero mit schönen Touren in der Umgebung ausgefüllt.

Fazit: und noch einmal das Wetter! Wir hatten auf Dauer einfach keinen Spaß daran, bei 6-8 Grad auf 1.400 Höhenmeter uns bei Regen weiter zu quälen.

 

  • Bodensee - Mieminger Gebirge

Nach so viel Pech mit dem Wetter erhielten wir hier ein Geschenk des Himmels und hatten bestes Alpencross Bodensee-Wetter. Unsere Tour mussten wir am dritten Tag doch etwas umgestalten, da einzelne Etappen längere Zeit in Anspruch nahmen, als gedacht. Das neue Problem heißt: schaffen wir es noch bis zur Dunkelheit durch das Silbertal bis zum Kops Stausee, ab wo es wieder Zivilisation bald gibt, oder nicht?

Eine Entscheidung, die wichtig ist, da wir uns nicht im Dunkeln durch irgendwelche Gegenden vorwärts tasten wollen. Also ist teilweise eine Streckenänderung erforderlich, die eine Verschiebung der gesamten, folgenden Etappenplanung erfordert. Aber: das Ziel wurde trotzdem erreicht. 

Fazit: endlich wieder Glück "mit oben", dafür Unterschätzung, dass das Gelände mehr Zeit als geplant erforderte. 

 

  • Bodensee - Reschenpass

Eine perfekte Tour. Mit der wachsenden Erfahrung und einem immer besser werdendem Streckengefühl war diese Tour ein einwandfrei erlebtes Highlight, wie zum Beispiel der Alpencross Bodensee von Ischgl nach Ramosch oder den Uinapass. Und das alles auch noch bei tollstem Wetter.

Fazit: es gibt nichts zu beklagen, so soll es laufen!

 

  • Bodensee - Arosa

Wir werden langsam älter und merken, dass wir unsere Knochen einfach etwas schonen möchten. Daher werden die Tourenplanungen auch zunehmend "altersgerechter", was aber nicht heißt, dass sie dadurch auch langweiliger werden. Auf dieser Tour hatten wir uns etwas verknotet in der Gegend von Untervaz/Trimmis und sind wieder in das Zeitproblem geraten: wir konnten einfach nicht abschätzen, wie lange wir noch in den Bergen für unsere Weiterfahrt bis Anbruch der Dunkelheit benötigen und haben daher kurzfristig umgesattelt und früher als geplant ins Tal nach Grüsch hinuntergefahren. Somit drehten wir eine lokale Pirouette mit den MTBs und haben den Anlauf nach Arosa auf einem anderen Weg weiter vorgenommen. 

Fazit: wie bei der Mieminger-Tour haben wir das Gelände unterschätzt. Dafür gutes Wetter und flexible Umplanung der Tour. Das Ziel wurde nicht erreicht, dafür haben wir aber einen tollen MTB-Trail von Lenzerheide nach Thusis entdeckt. 

 

  • Bodensee - Allgäu

Unser Alpencross Bodensee in 2015 mit schlechten Wetterbedingungen, aber einer mittlerweile ausgefeilten Streckenplanung. Das Reiseerlebnis von der gewählten Route war ausgezeichnet und abseits großer Straßen, daher gab es viel Fahrspaß durch den Bregenzer Wald bis hinein ins Allgäu, auch wenn das Wetter oft pampig war und alles um uns herum in klassischem schlecht-Wetter-grau gehüllt war. In Summe eine gute und empfehlenswerte Alpencross-Strecke vom Bodensee ins Allgäu.

Fazit: das Wetter war nicht unser bester Freund, aber auch nicht so schlecht, dass wir abbrechen mussten. Trotzdem war es eine tolle und gelungene Tour.

 

... und die Rückfahrt?

 
Natürlich ist unser Urlaub begrenzt und so haben wir oft nicht die Zeit, um den Weg vom Ziel aus mit dem MTB wieder an den Bodensee zurück zu radeln. Die Rückfahrt der jeweiligen Alpencross-Tour war daher überwiegend mit dem Zug, auch wenn wir in den letzten Jahren immer wieder den Versuch unternommen haben, eine Rundfahrt mit Start und Ziel in Konstanz hinzubekommen.

Das hat bei Stephan immer bestens geklappt, denn er ist gnadenlos bei Wind und Wetter und egal, wo wir zum Schluß angekommen sind die letzten Male mit dem Mountainbike wieder nach Hause geradelt. Edi und ich nutzten da die gemütlichere Variante mit dem Zug, denn so wird man nicht naß und die Sitze sind auch bequemer als nach einer Woche der Sattel.

 

Aus der Schweiz zurück an den Bodensee

Am besten und völlig problemlos klappte die Rückfahrt mit der SBB in der Schweiz eigentlich immer. Kein Land haben wir so perfekt und pragmatisch gut organisiert erlebt, wie unser Nachbarland. Fahrräder einladen, kein Problem.

 

Aus Österreich zurück an den Bodensee

In Österreich sammelten wir mehr oder weniger gute Erfahrungen mit der Bahn, vor allem was die Mitnahme der Räder betraf oder die Ticketorganisation an kleineren Bahnhöfen.So fuhren wir von Innsbruck zurück, mussten uns aber aufteilen, da das Fahrradabteil bereits Morgens um 6.00 Uhr voll gewesen sein sollte, was uns etwas wunderte. So sind wir zu zweit früh Morgens und unser dritter Mann erst gegen 9.00 Uhr gefahren. Unterwegs haben wir an keinem Bahnhof irgendwelche Radler ihre Gefährte einladen sehen und in Bregenz holten wir unsere MTBs aus dem einsamen Abteil wieder ab.

 

Aus Italien zurück an den Bodensee

In Bella Italia muss man einfach etwas Geduld mitbringen, wenn der Zug kurzfristig doch nicht kommt (wie in Meran erlebt) und dann der nächste Zug genommen werden muss. Aber Zug fahren in Italien ist sehr günstig und man kommt auch ans Ziel.

 

 

Wir machen weiter!

Es gehört ein wenig Mut und vor allem Geduld dazu, wenn man als Neuling einen Alpencross unternehmen und selbst planen möchte. Es läuft nicht immer alles so, wie man es sich vorgestellt hat. Vieles spielt einem positiv, aber auch negativ mit hinein, wie zum Beispiel unberechenbares Wetter oder blockierte und plötzlich nicht mehr passierbare Wege. Das sind nur zwei Beispiele und es kommen viele weitere Situationen dazu.

Das Wichtigste ist, Respekt vor den Bergen zu haben und sich des Risikos bewusst zu sein, dass auch z.B. ein Unfall geschehen kann. Daher ist es nur zu empfehlen, nicht alleine einen Alpencross zu fahren, sondern immer in einem Team, was einfach auch mehr Spaß macht. Wir machen auf jeden Fall weiter! 


Alpencross Bodensee – Idee und Planung: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4,00 von 5 Punkten, basierend auf 4 abgegebenen Stimmen.
Loading...