3. Von Sargans nach Thusis

 

Landschaft bei Sargans

Landschaft bei Sargans

 

 

Streckenprofil:

Länge:     63 km
Höhe:      1480 Hm
Dauer:     7:20 h 

Wetter:  ♦♦♦♦
Strecke: ♦♦♦♦
Level:    ♦♦♦♦

Highlights:

  • Kunkelspass macht Spaß
  • netter Abend in Thusis

Thusis - letzter Halt vor den Bergen

Teil I. Der plötzliche Wechsel von einem kraftvollen Tagesbeginn im Sonnenschein zu einer nebligen Suppe in den Bergen nahm der gestrigen Tagesetappe über den Nenzinger Himmel ein wenig den Reiz. Klar waren wir froh, dass auf über 2.000 Meter Höhe uns kein eisiger Regen erwischt hat, aber vom Landschaftspanorama ist einfach nicht viel zu holen. Zum Glück holte uns der einsetzende Regen erst im Rheintal ein, so dass wir uns zügig nach einer Bleibe umschauen konnten.

 

Die Unterkunft in Sargans war ok, unvergessen bleibt allerdings die meisterhafte Unfreundlichkeit der Wirtin, die ihr bestes gab, wie sehr sie um Gastfreundlichkeit bemüht ist: nach längerem Warten ging ich zum Tresen und fragte, wann wir denn vielleicht mit einer Bedienung rechnen könnten. In freundlichstem Ton, wohlgemerkt. Die gute Wirtsfrau schaute mich nur giftig an und raunzte wie durch ein Ofenrohr  "Die Karin kommt schon." Dann verschwand sie sprachlos im Nichts und irgendwann kam dann ... Karin. Unser Glück, denn die war netter.

Teil II. Über Nacht ließ der Himmel alles runter was er hergab. Das war gut so, denn am nächsten Morgen begrüßte uns strahlender Sonnenschein und der Fenstertest zeigte, dass es merklich wärmer draußen ist als am Tag zuvor. Es sind geschlagene acht Uhr und wir machen uns auf zum Frühstücksbufett. Alles war bestens gerichtet. Auch wenn die Schweiz von den Preisen her nicht mehr zu überbieten ist, lässt sich über das Frühstück wirklich nie was Negatives sagen.

 

Auf dem Weg zurück lichtet mein Kollege unsere Bleibe zur Erinnerung sehr ordentlich ab. Das macht er so akribisch, dass er auch eine Verteilerabdeckung fotografiert, auf der auch sehr ordentlich "Rohrbegleitheizung" vermerkt ist. Ich gestehe, dass ich den Ausdruck gar nicht kannte, auch wenn mich Installationsthemen rund ums Haus interessieren. Nun denn, wir richten unsere Sachen, bezahlen und holen unsere Räder aus der Hotelgarage.

Tourenbilder 1:

 

 
drei Mountainbiker unterwegs

auf ruhigen Wegen unterwegs bei Pfäfers

 

 

 
das Calandagebirge

mächtig zeigt sich das Calandagebirge

 

Teil III. Die Gabelholme werden geputzt und leicht geölt, die Kette ordentlich mit Schmieröl eingekleistert und es geht gegen halb zehn los in Richtung Bad Ragaz. Den Gonzen, das ist der direkte Hausberg von Sargans, lassen wir hinter uns zunehmend kleiner werden. Wir fahren ein ganzes Stück in der Ebene des Rheintals an landwirtschaftlichen Anbauflächen entlang.

 

Vor Pfäfers geht die Steigung langsam, aber behutsam los. Die Umgebung ist ein Traum, kein besonderer Autoverkehr oder sonstige Eile um uns herum, wir sind von tollen Bergketten umgeben. Auf der linken Seite begleitet uns für eine ganze Zeit das Calandagebirge, mit einer Höhe von rund 2.800 Metern, ein ganz schön imposanter Berg, der hier seinen Platz gefunden hat.

Teil IV. Wir erreichen den Mapraggsee, ein Speichersee, der unter anderem das Wasser vom Fluss Tamina aufnimmt und nordwärts in den Rhein mündet. Wir fahren immer am See entlang, bis der Anstieg zum Kunkelspass dann steiler wird. Der Kunkelspass ist einer der gemütlicheren Passauffahrten, sofern man ihn von Norden her erklimmt.

 

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der Pass mit rund 1.400 Höhenmetern, kein elitäres Naturhindernis darstellt. Zumindest genießen wir den noch recht lange gut zu fahrenden Weg bis zur Passhöhe. Es ist so gegen Mittag, als wir dort ankommen und somit die rechte Zeit, um das geleistete Werk mit einer guten Mittagspause zu belohnen. Wir packen unsere Brote aus und gönnen uns eine Auszeit.

Tourenbilder 2:

 

 
noch 40 Kilometer bis Thusis

noch 40 Kilometer bis Thusis

 

 

 
am Kunkelspass in den Höhlen

imposante Bergdurchquerung am Kunkelspass

 

Teil V. Jetzt geht's vom Berg wieder hinunter und das Tagesziel ist Thusis, sofern wir das ohne größere Probleme erreichen sollten. Nach unserer Rast auf dem Kunkelspass wartet eine Galerie von Höhlendurchfahrten, mit denen wir nicht gerechnet hätten. Der Felsen wurde wie von Steinbeißern großzügig angefressen, so dass ein ganzer LKW durch die auf einander folgenden Höhlenabschnitte passen würde.

 

Und dann kommt die Überraschung. Nach Durchfahren der dunklen Höhlenwelt fallen wir regelrecht den Berg hinunter. Das Gefälle liegt stellenweise weit über 20 Prozent und unsere Mountainbikes rutschen regelrecht die Serpentinen hinunter, gut das wir über solide Bikes und Bremsen verfügen. Naja, ich komme vor Tamins als erster an, dann mein anderer Kollege. Unser dritter Mann bleibt verschollen.

Teil VI. Wir überlegen, was am sinnvollsten zu tun ist und wir entscheiden, zehn Minuten erst einmal zu warten, denn ein Plattfuß kann immer passieren und unser Mitfahrer ist alles andere als leichtsinnig beim Radeln. Nach einiger Zeit kommt er mit seinem Rad im Schlepptau: Plattfuß! Wir sind nicht weit vom nächsten Ort entfernt und suchen einen Brunnen zum Erkunden des Übels.

 

Es ist ein leichter Ventilabriß und wir ersetzen ohne weitere Forschung den Schlauch, da wir in dem Fall eh nichts machen können. Das Rad wird montiert und wir nehmen die letzten fünzehn Kilometer bis nach Thusis in Angriff. Ab jetzt geht es nur noch im Flachen vorwärts. Über Bonaduz und Rhäzüns geht es über Rothenbrunnen und Fürstenau weiter.Die letzten Kilometer erreichen wir immer am Rhein entlang schließlich Thusis. Dort wartet eine leckere Pizza abends auf uns.

Tourenbilder 3:

 

 
Reifenpanne bei Tamins

ein gutes Pannenteam

 

 

 
die Brücke vor Thusis

Rheinüberquerung bei Thusis