Alpencross Gardasee : 4. Chaschaunapass

mit dem MTB auf dem Chaschaunapass

 

auf dem Chaschaunapass

 

 

Technische Daten:

Länge:     75 km
Höhe:      1950 Hm
Dauer:     8:50 h 

Wetter:  ♦♦♦♦♦
Strecke: ♦♦♦♦♦ 
Level:    ♦♦♦♦♦

Highlights:

  • tolle Abfahrt vom Alpisellapass

Beschreibung der Tour von S-Chanf nach Bormio:

Teil I. Heute steht uns eine Tour bevor, deren Anstrengungen wir zum Glück vorher nicht wußten: 2 Pässe sind zu überqueren, der Chaschaunapass mit rund 2.700 Höhenmetern und der Alpisellapass mit nicht wenigen 2.300 Meter Höhe. Aber bevor es in die Höhe geht, legt sich eine leichte Wehmut um uns zum Start der Etappe: Edi verlässt uns und das ist ein harter Schlag für alle.

 

Wir wußten von vorn herein nicht, wie weit wir überhaupt mit dem MTB kommen werden und dachten auch nicht, dass alles so prima laufen würde. Unser dritter Mann hatte ein paar Tage zu wenig Urlaub eingereicht und jetzt stand die Frage im Raum, ob noch zwei Etappen möglich sind und dann irgendwie mit Zug oder ob mit dem MTB über den Albulapass direkt nach Hause zurück. Alle Überlegungen stimmten als ultimo ratio für die Rückfahrt über den Pass als beste Lösung. Unsere Wege trennten sich also bei S-Chanf, dem Start der vierten Etappe.

Teil II. Die ersten Kilometer waren ein seltsames Gefühl zu radeln, denn in der kurzen Zeit hatten wir drei uns gut aneinander gewöhnt. Dass wir nach so kurzer Zeit dennoch leichte Trauer über unseren Edi-Tourenpartner-Verlust empfanden zeigt, dass dies vielleicht nicht unsere letzte gemeinsame Unternehmung sein soll. Es zeigte sich, dass wir Recht behalten sollten.

 

Aber jetzt heißt es, die vierte Etappe mit dem höchsten Berg unserer gesamten Mountainbike-Tour anzugehen. Start ist bei bestem Wetter und es geht durch ein sehr schönes Waldgebiet, die Steigung geht äußerst behutsam mit uns um. Von S-Chanf, auf gut 1.660 Meter Höhe gelegen, fahren wir gute 8-10 Kilometer bis zur Alp Chaschauna, die sich gut 700 Höhenmeter höher befindet. Das ist eine gute und angenehm zu leistende Vorarbeit, um die restliche Steigung bis zum Pass anzugehen.

Tourenbilder 1:

 

 
stephan hinter S-Chanf

auf Schotterwegen von S-Chanf zum Chaschaunapass

 

 

 
es wird geschoben

hinter der Alp Chaschauna geht's steil bergauf

 

Teil III. An der Alp machen wir Pause und es ist Mittagszeit. Wir packen unsere Brötchen und die bereits in der letzten Etappe geschilderte zwei-Liter Cola-Flasche aus, unsere Mountainbikes dürfen auch ruhen. Die Alp ist bewohnt, ein kleines, süßes Schweinchen pinkelt munter in den Wassertrog, während seine Kollegen durstig daraus trinken. Wir schauen uns die Umgebung an und blicken auf die langgezogene Steigung, die wir hier hoch gekommen sind.

 

Wir verstauen unsere Sachen und können noch eine Weile weiter kurbeln, bis das Gelände anfängt hügeliger zu werden. Ab jetzt müssen wir auf den Pass hinauf sehr steile Aufstiege überwinden und das bei sengender Hitze. Es gibt keine schützenden Bäume oder Sträucher mehr, hier oben ist nun alles in freier Sichtweite. In kurzen Schritten arbeiten wir uns und das MTB den schotterigen und verblockten Wanderweg hoch.

Teil IV. Wir hören zwei Stimmen oberhalb von uns und sehen ein Pärchen, das diese Tour aus der entgegen gesetzten Richtung gefahren zu sein scheint. Der junge Mann versucht den steilen Weg als Downhill-Chance anzunehmen und verliert nach wenigen Metern die Kontrolle über das MTB. Ein Abstieg über den Lenker, eine glücklicherweise weiche Landung und damit sind die Verhältnisse geklärt. Zum Glück ist ihm nichts passiert.

 

Wir erreichen irgendwann die Passhöhe und genießen den überwältigenden Blick in dieser Höhe auf die umgebenden Berge, Italien ist somit erreicht. Die Abfahrt hinunter nach Livigno und dem angrenzenden See ist gut zu fahren, ein gut ausgebauter Schotterweg zeigt uns, dass der Pass von uns nicht als Erste entdeckt wurde. Livigno, der am Fuße des gleichnamigen Sees gelegene Ort, wirkt wie eine künstliche Anhäufung von Häusern, lebt er doch eigentlich vom Wintersport und zollfreier Zone.    

Tourenbilder 2:

 

 
uwe auf dem Chaschaunapass

Italien ist erreicht!

 

 

 
der Lago di san giacomo

Der Lago di San Giacomo

 

Teil V. Livigno spricht uns nicht gerade an, aber die Weiterfahrt am Rande des Sees macht Spaß. Uns ist noch gar nicht bewusst, dass wir von jetzt 1.800 Höhenmeter langsam wieder 500 Meter drauf satteln müssen, um den Alpisellapass zu begrüßen. Die anfangs noch gemäßigte Steigung auf sehr schönen und teils im Wald geschützten Schotterwege zum Pass werden zunehmends steiler und wir müssen stellenweise unser MTB schieben. 

 

Sind wir mittlerweile schon ausgelaugt vom Aufstieg zum Chaschaunapass, gibt uns die Begegnung mit gut gelaunten und froh gesonnen Mountainbiker, die uns fröhlich den Berg hinunter fahrend begegnen, den Rest. Wir quälen uns auf den MTBs stützend bis zum Pass vor und sind Gott froh, dass wir die Torturen der beiden Pässe gemeistert haben. Ab jetzt geht es nur noch bergab bis Bormio.

Teil VI. Die Abfahrt vom Alpisellapass in Richtung Lago di San Giacomo und Lago di Cancano ist wirklich sehr schön und lohnenswert. Wir können es nicht mehr so richtig genießen, da wir ganz schön k.o. sind und das Ende der Etappe erwarten. An den Seen fahren wir vorbei und erreichen nach wenigen Kilometern einen Aussichtspunkt, von dem aus zig-Photos von Mountainbike-Touren aufgenommen wurden: die Torri di Fraele.

 

Natürlich digitalisieren wir auch die alten Türme und die bekannte Aussicht auf die serpentinenartige Abfahrt nach Bormio. Wir lassen unsere MTBs durch die Kurven rauschen und erreichen schnell die Stadt Bormio. Wie von fremder Hand gelenkt, treffen wir zufällig auf das Hotel Adele und fragen nach einem freien Zimmer. Wir haben Glück und bekommen eine sehr nette Bleibe für eine Nacht. Duschen, Sachen auspacken und zum Abendessen gehen, das sind die Dinge, die wir als letztes heute noch erledigen. 

Tourenbilder 3:

 

 
wir sind auf dem Alpisellapass angekommen

der letzte Pass für heute - Alpisella

 

 

 
bei den Torri di Fraele

Abfahrt nach Bormio bei den Torri di Fraele