Alpencross Gardasee : 5. Gaviapass

Parkplatz am Gaviapass

 auf dem Gaviapass

 

 

Technische Daten:

Länge:     78 km
Höhe:      1850 Hm
Dauer:     7:20 h 

Wetter:  ♦♦♦♦♦
Strecke: ♦♦♦♦ 
Level:    ♦♦♦♦♦

Highlights:

  • Abfahrt vom Gaviapass

Beschreibung der Tour von Bormio nach Ponte di Legno:

Teil I. Die Ankunft in Bormio war in mehrfacher Hinsicht ein Segen: nicht nur, dass wir völlig erschöpft die Serpentinen-Abfahrt in den Ort hinunter segensreich abschlossen, es war viel mehr der freundliche Empfang im Hotel und das zu unserer Freude reichlich servierte Abendmenü in mehreren Gängen. Manchmal ist es ganz einfach, den Zustand der Zufriedenheit zu erreichen.

 

Geschlafen haben wir gut, sogar bestens und nach einem ebenso guten Frühstück, das wir so in Italien nicht unbedingt mit Brötchen, Marmelade und sonstigen Wünschen eines deutschen Touristen erwartet hätten, brach der Tag für uns wohlgesonnen an. Wir waren für unsere Vorstellung bereits früh auf und gegen 8:00 Uhr füllte der Frühstückskaffee gerade unsere Tassen. Wir ließen uns etwas mehr Zeit als sonst und dachten an das fehlende dritte Gedeck: das von Edi.

Teil II. Gut gefrühstückt gingen wir auf unser Zimmer, besprachen kurz den Plan für den Tag und brachen auf. Vielleicht liegt es daran, dass wir Italien mit Dauer-Sonne in Verbindung bringen oder daran, dass wir uns immer mehr in Richtung Süden bewegen, es kam uns unglaublich warm, fast schon heiß und schwül bereits morgens um halb zehn vor. Der Einkauf beim nächsten Supermarkt stand an.

 

Es ist nicht spektakulärer als in Deutschland oder in der Schweiz in einen Supermarkt in Italien zu gehen. Der einzige Unterschied ist, dass man hier eher mit dem Finger darauf zeigen muss, was man haben möchte. Unser Mittagessen – mit der üblichen 2-Liter-Cola-Flasche – verstauten wir in unseren Rucksäcken und radelten auf unseren MTBs bei gut 28 Grad Temperatur am noch frühen Vormittag los. 

Tourenbilder 1:

 

 
das Starterfoto ohne Edi vor Adele

jetzt waren es nur noch zwei

 

 

 
St am Gaviapass angekommen

auf dem Gaviapass angekommen

 

Teil III. Bormio wurde schnell durchfahren. Auf der Durchfahrt ist uns aber aufgefallen, dass wir mit Überwindung der beiden Vortagespässe in eine völlig neue Welt vorgestoßen sind. Es sind nicht nur die anders beschrifteten Straßenschilder und Reklamen, die jetzt für uns fremdländisch erscheinen. Die ganze Struktur und Wesensart der Ortschaft und Menschen kommt uns bereits ruhiger und gefühlt gelassener vor.

 

In der morgendlich schon brütenden Hitze fahren wir auf der einzigen Hauptstraße in Richtung Gaviapass. Autos überholen uns dutzendweise, aber wir nehmen den Verkehr nicht richtig wahr, da wir uns gänzlich auf das Erreichen der Passhöhe konzentrieren. Nach den erfolgreichen Vortagen ist unser Selbstvertrauen mächtig gewachsen und der uns bevorstehende Anstieg auf erneut rund 2.650 Höhenmeter schreckt uns nicht mehr so richtig ab. Auch wenn Bormio sich auf gemäßigten 1.200 Meter Höhe befindet.

Teil IV. Unsere Mountainbikes verrichten geübterweise ihren Job und sie haben uns auf der ganzen Tour nicht einmal im Stich gelassen. Es dauert rund 11 Kilometer, bis wir in Santa Caterina Valfurva ankommen und sich die ersten Schlangenlinien in Richtung Gaviapass ankündigen. Bis hierher haben wir uns mittlerweile schon gute fünfhundert Höhenmeter hochgearbeitet, bei der maximalen Passhöhe ist das jedoch nur ein Krümelchen zu der noch zu leistenden Höhenarbeit. 

 

Ab hier geht es nur noch wie ein Galeerensträfling die Steigung weiter hoch. In endlosen Windungen zwingt uns der Verlauf des Asphalts den Aufstieg zum Pass zu folgen. Autofahrer und Motorradfahrer zeigen uns, dass wir nicht das optimale Mittel zum Vorwärtskommen gewählt haben. Die Hitze weicht uns auf und wir legen etwas mehr Pausen ein als geplant. Wir wissen ja nicht, wie weit der nächste Ort nach der Passabfahrt entfernt liegt und teilen uns daher unsere Kräfte wohlwissend ein. 

Tourenbilder 2:

 

 
der Tunnel am Gaviapass

ein düsterer Tunnel wartet auf uns

 

 

 
Sonnenschutz ist wichtig

Sonnenschutz ist wichtig

 

Teil V. Irgendwann erreichen wir nach unzähligen Kurven auf immer schlechter werdenden Asphalt letztendlich die Passhöhe. Parkplätze und Gasthöfe sind mehr als ausreichend vorhanden und wir sind froh, dass wir diese unwirtliche Höhe endlich erreicht haben. Natürlich nehmen wir erst einmal ein obligatorisches Ankunftsfoto auf.

 

Wir rollen mit unseren MTBs langsam von der Höhe runter, der in seiner Größe überschaubare Lago Nero taucht vor uns auf und wir nehmen Kurs auf den vor uns liegenden Tunnel. Wenn Dunkelheit einen Namen hat, dann ist er hier erfunden worden. Keine Beleuchtung oder Sichtstreifen, rein gar nichts gibt diesem Tunnel etwas Hoffnungsvolles. Ich ziehe sicherheitshalber meine Warnweste an, um halbwegs heil auf der anderen Seite wieder heraus zu kommen. Es klappt.

Teil VI. Die Abfahrt vom Gaviapass runter nach Ponte di Legno ist stellenweise ein Graus. Entgegenkommende Fahrzeuge nehmen die volle Fahrbahnbreite ein und lassen uns im letzten Augenblick einen Haarspalt Platz, um der rumpeligen Abfahrt folgen zu können. Letztendlich sind wir froh, dass unsere Knochen heil bis Ponte di Legno überkommen.

 

Eines der lustigsten Erlebnisse unserer Tour hatten wir bei der Einfahrt mit unseren Mountainbikes in den Ort: Wir rollten das leichte Gefälle in die Fußgängerzone hinunter, bis plötzlich jemand auf die Wegmitte hechtet und mit seinen Armen wild herum fuchtelt. Es war ein Wirt eines Gasthauses, der uns zu verstehen geben wollte, dass seine etwas in die Jahre gekommene Bleibe doch das Beste im Ort sei. Wir hatten eh keine Lust auf lange Sucherei und fanden so in kürzester Zeit unser Zimmer in Ponte für diese Nacht.

Tourenbilder 3:

 

 
unser Zimmer in Ponte di Legno

unser Zimmer in Ponte di Legno

 

 

 
Fluss in Ponte di Legno

der Ort Ponte di Legno