Alpencross Gardasee: 1. Auf dem Bodensee-Radweg ins Rheintal

Landschaft auf dem Schlappiner Joch

 

Landschaft auf dem Schlappiner Joch (Österreich/Schweiz)

Streckenprofil:

Länge:     110 km, 
Höhe:      30 Hm, 
Dauer:     6:00 h,  

Wetter: 
Strecke: ♦♦♦♦ 
Level:    ♦♦♦♦

Highlights:

  • Bodensee-Radweg in der Schweiz direkt am See entlang
  • Hafenbereich von Rorschach lädt bei schönem Wetter zum Pausieren ein
  • ruhiger, aber leicht monotoner Radweg im Rheintal
  • tolle Landschaft zwischen Feldkirch und Bludenz

Aufbruch vom Bodensee ins Rheintal

Teil I. Um 9:00 Uhr geht das Abenteuer los: Bei miserabelster Wettervorhersage und dunkel wie die Nacht dreinschauenden Wolken treffen wir uns an der Hafenhalle in Konstanz. Das ist unser erster Versuch einen Alpencross auszuprobieren. Zumindest besitzen wir schon mal jeder ein Mountainbike und ein paar Kilometer sind wir damit auch schon vorher gefahren. Vielleicht nicht so hoch, wie uns die nächsten Tage die Berge dann spüren lassen, aber wir wissen jetzt, warum unser Gefährt sich Mountainbike nennt. 

So richtig tolle Urlaubsstimmung sieht anders aus, aber trotz des verhangenden Wetters scheint unsere Nervosität erstmal die Tonlage anzugeben. Wir strampeln dann gemütlich los, denn schließlich wollen wir ja nach Italien an den Gardasee, soweit die Idee. Durch den Kreuzlinger Park geht's dann immer entlang auf dem Bodenseeradweg bis ins Rheintal.

Teil II. Auf dem Bodensee-Radweg ist wenig los und wir radeln die ersten 20 Km locker durch. Ungewohnt ist das Tragen eines Rucksacks mit Gepäck für die nächsten 7-10 Tage. Die Angst, was vergessen zu haben ist nicht sehr groß, denn wir durchqueren nicht die Wüste Gobi und in der Schweiz und Österreich gibt es nach unserem Wissen auch Supermärkte.

Das Durchfahren der Orte Romanshorn, Arbon und Rorschach verläuft ein wenig verwinkelt, aber die Strecke ist recht gut ausgeschildert. Nette kurze Abschnitte am Bodenseeufer entlang bieten eine schöne Abwechslung. Da der Radweg uns so ziemlich alleine gehört, kann jeder seinen Gedanken nachschweifen und träumen, wie die Berge ab Morgen von uns erobert werden. 

 

 
den Bodensee-Radweg verlassen

der Bodensee-Radweg ist nun verlassen

 

 

 
bei trübem Wetter irgendwo bei Bludenz

 bei trübem Wetter irgendwo in Österreich

 

Durch das Rheintal nach Bludenz

Teil III. In Rorschach fahren wir der Strandpromenade entlang. Das hat die Stadt schon alles gut gemacht: der Weg ist sauber in Radfahrer und Fußgänger unterteilt, ungewollte Kollisionen sind recht gut ausgeschlossen, da die Strecke mit Symbolen und Zeichen gut markiert sind. Wer einmal während der Sommerferien hier entlang fährt, der ist dankbar dafür.

Am Ortsende von Rorschach liegt der kleine Flugplatz Althenrein, große Flieger trifft man hier nicht an, dafür ist die Größe zu beschaulich. Der Himmel entscheidet nun die letzten Lücken zwischen den Wolken zu schließen und ein dunkelgrauer Watteteppich lässt die ersten Tropfen fallen. Ab jetzt ist uns klar, das wird heute nichts mehr mit Sonnenbaden.

Teil IV. Am Ufer entlang Richtung Rheinmündung kann man einen tollen Blick über den See Richtung Konstanz genießen, heute aber nur, wenn man Grau und Regen mag. Weiter fahren wir an einem Campingplatz vorbei und treffen auf den Radweg am Rhein. Hier folgen wir nicht weiter der Seeumrundung auf dem Bodensee-Radweg Richtung Bregenz, Lindau, Friedrichshafen, sondern verlassen die Route und steuern Richtung Süden gen Bludenz.

Den See hinter uns gelassen, richtet sich unser Blick von nun an nur noch auf die Alpen. Die liegen zwar noch nicht greifbar zu unseren Füßen, aber wir sind Ihnen mittlerweile schon rund 50 km näher gekommen. Spätestens am Nachmittag werden wir für den Rest der Tour nur noch auf Höhenmetern im vierstelligen Bereich verweilen. Ob wir das die Woche durchhalten werden?

 

 
radfahren macht Spaß

 Radfahren macht immer Spaß!

 

 

 
unsere Unterkunft in Nüziders

 Unsere erste Unterkunft - Morgens am zweiten Tag 

 

Im Regen von Feldkirch nach Nüziders

Teil V. Wir haben den Weg Richtung Feldkirch eingeschlagen und folgen nun der Schweizer Fahrradroute Nr. 2. dem Rheinverlauf. Der Regen ist mittlerweile in einen Dauerguss übergegangen und ein leichtes Schuldgefühl überkommt mich, da ich mit Engelszungen auf meine Mitfahrer eingeredet hatte, den heutigen Tag als idealen Start für unsere Tour zu sehen und die paar Wölkchen nicht über zu bewerten.

Anfänglich kurbeln wir noch auf einem prima asphaltierten Weg und mühen uns nun an einer endlos wirkenden Schotterpiste, die vom Regen zusätzlich das Vorwärtskommen erschwert. Es scheint, als würde jeder Tritt die Reifen in den Untergrund drücken oder unsichtbare Händen aus dem Erdreich uns am Laufrad festhalten wollen. Hinter Au biegt der Weg nach Links ab, eine schnurgerade Strecke am Naturschutzgebiet Matschels weist den Weg Richtung Feldkirch. 

Teil VI.  Nach rund 5-8 Km erreichen wir den Ort und überlegen, ob wir die Fahrt für heute beenden oder noch weiterfahren. Es ist gerade früher Mittag und wir entscheiden uns für die Weiterfahrt bis zum Nachmittag. In Feldkirch wird kurz pausiert, ein Riegel eingeschoben und nochmal was getrunken, dann geht es weiter auf einem schönen Radweg gen Bludenz. Morgen ist die Überquerung des Schlappiner Jochs angesagt und wir möchten heute noch möglichst nahe in die Umgebung kommen.

So richtig genießen können wir die letzten 20-25 Km bis Bludenz nicht mehr: es schüttet weiterhin von oben, die Beine sind müde und vor allem gibt es zunehmens Problemmeldungen aus der Gesäßzone. Wer sitzt schon jeden Tag mit einem 5-7 Kg schweren Rucksack im Büro oder auf dem Fahrrad? In Nüziders entscheiden wir die erste Etappe zu beenden. Wir sind über 100 Km gefahren und treffen auf eine äußerst freundliche Wirtin eines Hotels, die uns fürstlich empfängt und uns versorgt. Der erste Tag wird bei gutem Essen und Trinken stolz beendet. Einen Schnaps gab es ausnahmsweise auch.

 

 

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