Alpencross Lago Maggiore: 3. der Panixerpass wartet

Herausforderung Panixerpass

der Panixerpass mit dem Mountainbike

es geht auf den Panixerpass hoch

 

 

Streckenprofil:

Länge:     56 km, 
Höhe:      1730 Hm, 
Dauer:     8:40 h, 

Wetter:  ♦♦♦♦♦
Strecke: ♦♦♦
Level:    ♦♦♦♦♦

Highlights:

  • super Bergwetter
  • tolle Berglandschaft beim Panixerpass

Beschreibung der Tour von Elm nach Cumbel über den Panixerpass:

Teil I. Die Hühnchennachbehandlung oder das vitaminreiche Bier aus der Region taten am Vorabend vielleicht sein Gutes, denn wir sind heute topfit aus den Federn gekommen. Wie immer ist es so gegen halb acht oder acht und das ist unsere Uhrzeit, zu der wir wieder aufnahmefähig sind. Unsere tägliche Galeerentätigkeit auf dem Mountainbike diktiert uns einen festen Tagesablauf mit einem strengen Rythmus aus Radeln, Essen und Schlafen.

 

Heute steht die wichtigste Etappe unserer Bodensee - Lago Maggiore Alpencross-Tour an: es gilt den Panixerpass mit 2.400 Höhenmetern zu bezwingen. Das dies prinzipiell machbar ist, haben unsere Internetrecherchen zwar ergeben, was uns aber auf dem Weg nach oben und wieder nach unten erwartet, das wissen wir nicht. Wie bei vielen Sachen ist es auch besser so, denn sonst würde man sich die ein oder andere Quälerei ja nicht antun.

Teil II. Wir checken aus und fahren von Elm auf der Asphaltstraße in Richtung Süden los. Da wir gestern aus der Gegenrichtung kamen und es nur eine Hauptstraße hier gibt, kann der Weg nicht falsch sein. Vorbei geht es an den letzten namenlosen Kleinstdörfern, die sich aus versprengt liegenden Häusern bilden. Ich frage mich, wer auf die Idee kommt sich hier niederzulassen. Vielleicht versteht man das nur, wenn man hier geboren und groß geworden ist.

 

Wir haben heute Glück, denn über uns lacht die Sonne und ein paar Federwölkchen zieren dekorativ den Himmel. Gefahr von oben scheint heute nicht zu drohen, aber in den Bergen kann das Wetter ja Kapriolen schlagen und die noch sonnigen Temperaturen durch einen eisigen Regen kuzerhand  in Winterwetter verwandeln. Bedrohlich wirkt nur eins: Am Ende der Straße, wo das Niemandsland endet, ist ein großer Truppenübungsplatz der Schweizer Armee.

Tourenbilder 1:

 

 
Edi und Stephan zu Beginn der Tour

mutige Männer in den Bergen

 

 

 
Mittagspause auf dem Pass

Mittagspause im Grünen

 

Teil III. Ein dumpfes Donnern hallt durch die weite Gebirgsebene und wir wissen jetzt auch, das es kein drohendes Gewitter ist, sondern die Übungen der Schweizer Panzer, die hier gerade ihre Rohre krachen lassen. Am Beginn des Niemandslandes hat die Schweizer Armee also fernab der Zivilisation einen großen Übungsplatz gebaut. Jetzt steigen in uns allen Befürchtungen auf, dass unsere Passüberquerung mit unseren MTBs nun ein Problem bekommen könnte.

 

Einen netten, jungen Soldaten, den wir fragen, lässt uns mühelos am Ende der Straße auf den jetzt beginnenden Bergweg passieren. Unsere Wunschrichtung liegt nicht im Übungsgebiet, wir haben Glück gehabt und fahren die ersten Meter noch auf unseren Mountainbikes gen Pass. Der abrupte Wechsel vom feinsten Asphaltbelag auf den nun schotterigen und immer steiler werdenden Bergweg läßt uns erahnen, was uns heute noch bevorsteht.

Teil IV. Am Fuße des gewaltigen Glarusgebirges richtet sich der Blick auf weit über tausend Höhenmeter Aufstiegsarbeit. Nach den anfänglich fünfhundert Metern noch fahrbarem Weg wird jegliche Hoffnung zerstört, auch noch einen einzigen Meter auf dieser Strecke mit dem MTB fahren zu können. Der Weg ist ab jetzt ein Wandertrail, der durch seinen steilen Anstieg und mit Steinen verblockt, nur noch das Schieben des Mountainbikes erlaubt.

 

Es ist noch früh am Morgen so gegen Zehn und mit dem Wissen, dass wir zu dieser Jahreszeit im Juli bis mindestens um 21 Uhr in der Helligkeit unterwegs sind, schieben wir beruhigt Meter für Meter unsere MTBs den Weg hinauf. Im Gegensatz zu bisherigen Schiebepassagen an Bergpässen, die meistens einige hundert Höhenmeter bedeuteten, sind wir nun erstmalig in der Königsklasse angekommen.

Tourenbilder 2:

 

 
das MTB wird im Schnee geschoben

Schneefelder im Juli auf dem Panixerpass

 

 

 
Stephan mit seinem MTB im Schnee

das Ziel vor Augen: die Passhöhe ist bald erreicht

 

Teil V. Das gute Wetter über uns nehmen wir den Aufstieg sportlich und erfreuen uns an der tollen Berglandschaft mit immer wieder beeindruckenden Wasserfällen, Felsvorsprüngen und einer herrlichen Sicht auf den Pass vor uns. Wir erreichen irgendwann die 2.000 Meter Grenze und da wir uns von der Nordseite dem Panixerpass nähern, erschweren im Schatten liegende Schneefelder unser Vorwärtskommen. 

 

Aber geduldig arbeiten wir uns Stück für Stück voran und erreichen irgendwann auch die Passhöhe. Jetzt ist das Tageswerk vollbracht und nach einer guten Pause bereiten wir den Abstieg vor. Die ersten Höhenmeter sind enorm steil, aber nicht gefährlich. Im Tippelschritt geht es die Rampe hinunter, bis wir wieder auf einen ebenen Weg kommen. Dicht an einer steil aufragenden Bergwand, die aus einer Karl-May-Kulisse hätte entliehen sein können, führt ein schöner Weg entlang, der uns zu einer Alm führt.

Teil VI. Wir haben es geschafft! Ab jetzt ist der Weg ins Tal vorgezeichnet, denn ein ewig langer Schotterweg führt uns von der Alm in langgezogenen Windungen hinunter in das Tal über Pigniu nach Ilanz. Benötigten wir fast einen ganzen Tag, um auf den Pass zu kommen, radeln wir nun mit unseren MTBs in Null-Komma-Nichts den Berg wieder hinunter. Gefühlt dauerte das ein paar Minuten.

 

Wir beschließen in Ilanz noch ein kleines Stück in das Tal Richtung Vrin zu fahren. Hier muss man darauf achten, welche Straße gewählt wird, denn der Fluss Clogn spaltet die Straßen unverbindbar in zwei Richtungen. Wir fahren an kleinen Dörfern vorbei und sehen keine Möglichkeit der Unterkunft. Ein bischen bange wird uns schon, denn bis zum Ende der Straße, die wieder im Nichts endet, brauchen wir ein Bett, bis wir in Cumbel die Herberge unseres Lebens finden...

Tourenbilder 3:

 

 
die Abfahrt vom Panixerpass mit dem MTB

die Abfahrt auf besten Wegen ist ein Geschenk

 

 

 
unsere Herberge in Cumbel

für eine Nacht gehörte die Burg in Cumbel uns

 

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