Alpencross Zillertal : 5. das Hahntennjoch

das Hahntennjoch

 

Autostraße von Elmen nach Imst übers Joch

 

 

Technische Daten:

Länge:     87 km
Höhe:      1470 Hm
Dauer:     7:40 h 

Wetter:  ♦♦♦♦
Strecke: ♦♦♦♦
Level:    ♦♦♦♦♦

Highlights:

  • tolle Landschaft am Hahntennjoch

übers Hahntennjoch nach Huben

Teil I. Der Abend in Elmen klang gemütlich aus. Unter welchen Umständen auch immer, gelangte eine Flasche Rotwein zu unseren Händen und fiel einer den Tag abschließenden Runde auf unserem Balkon zum Opfer. Natürlich könnte man von Leichtsinn reden, steht doch am heutigen Tag das Hahntennjoch auf der Agenda, aber mittlerweile sind wir gut im Training und hatten keine Bedenken auf die Auswirkungen.

 

Wir starten zu gewohnter Zeit und besorgen uns im Dorf noch die übliche Mittagsverpflegung für den heutigen Tag. Das erste Stück unserer Tagesetappe nach Huben läßt uns gnädigerweise im Schatten der Bergkette starten. Aber auch die Landstraße ist noch eine ganze Weile von schützenden Bäumen umgeben, so dass wir eine Zeit lang die bereits in Stimmung kommende Sonnenkraft über uns noch nicht spüren. Auch für heute ist wieder ein heißer und schwüler Tag vorher gesagt worden. 

Teil II. Bei Habechegg stoßen wir nach einigen Kilometern auf den parallel zur Straße verlaufenden Streimbach, der sich vor uns in sicherer Entfernung seinen Weg durch die felsigen Gebirgswände sucht. Von weitem sehen wir, dass dort ein Trail entlang läuft, der sich gut für unser Stollenprofil eignet. Die Landschaft macht einen einladenden Eindruck und ist schon gänzlich gebirgiger als unsere Etappe von Oberstdorf nach Elmen.

 

Da wir aber heute noch in Huben ankommen wollen, verwerfen wir den Plan, einen neuen Weg erforschen zu wollen. Unsere schöne sonnengeschützte Hauptstraße macht plötzlich eine Kehre um neunzig Grad und ab jetzt sind wir der vollen Sonne ausgesetzt, wir brüten bereits am frühen Morgen um gut zehn Uhr unter unseren Helmen und wünschen uns ein paar freundliche Wolken. Der Weg verläuft nun mehrere Kilometer immer kerzengerade aus und es geht nun in Richtung Hahntennjoch den Berg hinauf.

Tourenbilder 1:

 

 
Landchaft und MTB bei Elmen

noch ist es flach bei Elmen

 

 

 
Kapelle am Joch

Kapelle auf dem Weg zum Hahntennjoch

 

Teil III. Auf dem Weg zum Hahntennjoch treffen wir auf vereinzelte Häuser und kleinere Siedlungen, die sich Namen gegeben haben wie Bschlabs oder Taschach. Alle ringen nicht darum, die größte Siedlung hier sein zu wollen oder es zu werden. Ein gemütlich wirkendes Gathaus und eine kleine Kapelle passen sich gut in die ansonsten von Bergen malerisch geprägte Umgebung. Ein gemaltes Bild von hier würde schon kitschig wirken, denn alles wirkt sehr sauber und ordentlich aufgeräumt.

 

Wir haben Glück, denn es ist nicht viel Verkehr auf der Straße. Da dies die einzige Verbindungsstraße weit und breit in Richtung Osten von Elmen nach Imst ist, hätten wir durchaus einen stärkeren Andrang auf dem Asphalt erwartet. Wir können uns zumindest in Ruhe an unseren heutigen Tagesjob klammern, die tausend Höhenmeter zum Hahntennjoch hoch zu schaffen.

Teil IV. Stellenweise wird es nun ungemütlicher. Die Steigung nimmt auf einmal gewaltig zu und wir scheinen auf der Stelle zu treten, denn im ersten Gang bewegen wir uns nur zentimeterweise vorwärts. Es hilft nur positives Denken, denn bei einem kräftigen Anstieg, so wie wir es einmal am Kunkelspass von Tamins aus erlebt haben, raubt einem die Mühen die Puste und die Motiviation, aber man gewinnt sehr schnell an Höhe, das Hahntennjoch wird gefühlt schneller erreicht.

 

Die Hitze nimmt immer mehr zu und kein Lüftchen ist zu spüren. Ich glaube, es ist selten der Fall gewesen, wo ich neidvoll auf die vorbeifahrenden Autos hinterher geschaut habe. Aber heute ist so eine Situation, denn bei einem kleinen Lüftchen wäre das Sauna ähnliche Erlebnis leichter zu ertragen. Dennoch, wie bei allem, was ein Ende findet, schaffen wir es auch irgendwann die Spitze des Hahntennjoch zu erreichen und legen erst einmal eine Pause ein.

Tourenbilder 2:

 

 
MTB Pause am Hahntennjoch

erst mal Mittagspause

 

 

 
Edi und Stephan mit Mountainbike in den Ötztaler Bergen

Aufstellung zum Pass-Foto

 

Teil V. Es ist ein glücklicher Moment, wenn man einfach nur sitzen und ein bisschen seinen Puls wieder runterfahren kann. Nach einer guten halben Stunde kommt dann die Belohnung: es geht über tausend Höhenmeter vom Hahntennjoch in Richtung Imst bergab und es wartet eine unglaubliche Berglandschaft auf uns. Die Berghänge des Hahntennjochs sind zweifarbig coloriert, grün und ockerfarben wechseln sich als vertikale Farbstreifen an den Hängen ab, ein eindrucksvolles Naturerlebnis.

 

Wir halten immer wieder an, um von der beeindruckenden Kulisse Aufnahmen zu machen. Das kostet ein bischen Überwindung, denn die rauschende Abfahrt hüllt uns in eine wohlige Frische an diesem heißen Sommertag. Die Abfahrt geht ruckzuck vorüber und im Nu ist das Hahntennjoch längst hinter uns. Wir durchfahren Imst und steuern das Ötztal an. Es geht nun Richtung Süden und wir planen heute noch soweit zu kommen, um die verlorene Zeit durch den Älplesattel wieder aufzubessern.

Teil VI. Ein ganzes Stück Wir fahren auf der rege besuchten Hauptstraße von Imst nach Ötztal, was kein Spaß ist, denn hier fahren LKW an LKW dicht an einem vorbei. Bei Sautens vor Oetz gelingt uns der Absprung und wir treffen auf einen erstklassigen Rad- und Wanderweg, der an der Ötztaler Ache entlang führt. Unser morgentlicher Wunsch, ein paar Wolken als Sonnenschutz zu bekommen, wird nun erfüllt und der Himmel fängt an, sich mit grauen Wolken zu verschließen. So war das auch nicht gemeint.

 

Links und rechts werden wir von hohen Bergen eingerahmt und fahren durch eine saftig grüne Tallandschaft. Kleine Ortschaften lösen sich nach einander ab, so als wenn sie einen gesunden Sicherheitsabstand selber gewählt hätten. Wir könnten kilometerlang wie in einem Trott weiter radeln, aber es ist schon später Nachmittag und der Himmel scheint auf leichten Regen umzustellen. Wir beschließen in Huben zu übernachten, einem kleinen Dorf weit vor dem bekannteren Sölden.

Tourenbilder 3:

 

 
die Berge bei Imst

alpine Stimmung in den Bergen

 

 

 
zwei Mountainbiker an der Ötztaler Ache

an der Ötztaler Aache entlang nach Huben