Bodensee-Radweg Obersee – Alternativstrecke Schweiz (Konzilweg)

Bodensee-Radweg Alternativstrecke

Alternativstrecken (rote und dunkelblaue Linien) auf der Schweizer Seite am Obersee

 

Übersicht der Streckenvarianten in der Schweiz am Obersee

Zum bestehenden Radweg um den Obersee auf der Schweizer Seite gibt es verschiedene Alternativrouten zu den klassischen Bodensee-Radweg Etappen. Während der klassische Radwanderweg weitest gehend am Bodenseeufer entlang führt, sind die hier beschriebenen Streckenvarianten im Inland der Schweiz verlaufend. Schauen wir uns die Alternativrouten zum Bodensee-Radweg einmal näher an. 

 

Die hier beschriebenen alternativen Radwanderwege sind:

  • I. Von Konstanz nach Arbon: eine Etappe auf dem Radwandernetz flach bis leicht wellig verlaufend geht es durch das Thurgau, dem an Konstanz angrenzenden Kanton der Schweiz, auch verballhornend als Mostindien bezeichnet. Die Radtour führt etwas oberhalb des Bodensees gelegen (400 Höhenmeter) entlang
  • II. Von Arbon nach Bregenz:  eine Radstrecke mit Radabschnitten durch die Kantone St. Gallen und Appenzell Außerrhoden. Teilweise sind kräftige Steigungen vorhanden, die bis auf 900 Höhenmeter führen, daher ist diese Radstrecke nur für gut geübte Radfahrer mit einer sehr guten Gangschaltung und Bremsen geeignet.
    Mit dem Mountainbike (MTB) oder Trekkingrad ist man optimal für den teils schotterigen Weg ausgestattet und die vereinzelt vorhandenen Trails, auf denen natürlich auch geschoben werden kann (es sind kurze Schiebeabschnitte)  

 

I. Alternativstrecke Konstanz bis Arbon

Wer auf dem Bodensee-Radweg von Konstanz aus die Umrundung des Obersees gegen den Uhrzeigersinn plant, kann alternativ zur klassischen Radfahrroute ein ganzes Stück auf dem Konzil-Radweg Nummer 55 fahren. Die Fahrradroute Nr. 55 ist ab Kreuzlingen bis kurz hinter Altnau zu fahren, wo sie dann landeinwärts in Richtung Amriswil wegführt.

Daher ist ab Altnau bei Güttingen-Bleidorf auf die Seerückenroute Nummer 82 umzusatteln. Diese Route kann dann weiter bis Arbon gefahren werden, wo der Anschluß an den Bodensee-Radweg (der in der Schweiz als Rheinroute Nr. 2 bezeichnet wird) wieder stattfinden kann oder alternativ die Appenzell-Außerrhoden-Runde weiter gefahren wird.

 

Bodensee-Radweg Alternative im Thurgau

Teilstrecke (rote Linie) des alternativen Bodensee-Radweges bis Arbon

 

Auf dem Konzil-Radweg Nr. 55 unterwegs

Diese lokale Radroute in der Schweiz führt in der gesamten Länge von Kreuzlingen bis nach St. Gallen über eine Entfernung von rund 40 Kilometern. Der hier gefahrene Anteil beträgt rund 10-12 Kilometer. Die Bezeichnung des Radweges ist an die Zeit des Konstanzer Konzils angelehnt, wo viele Waren und Güter im Raum St. Gallen gefertigt und an die Bodenseemetropole geliefert wurden.

Ab Kreuzlingen gibt es viele Möglichkeiten, um vom offiziellen Bodensee-Radweg auf die Konzil-Radroute zu gelangen. Diese Tour nimmt den Abstecher beim Schloss Seeburg (ca. 2 Kilometer vor Bottighofen) in Richtung des kleinen Teilortes Kurzrickenbach auf den Radwanderweg. Wie auf obiger Kartendarstellung gut zu sehen, führt der Konzilweg bis nach Arbon fast parallel zum Bodensee-Radweg in einer Entfernung von rund 1-3 Kilometern Entfernung, also ideal, um wenig Kilometer an Reiß-aus-Strecke aufzuwenden.

Sobald man den Radweg mit der typisch hellblauen Schilderkennung und der weiß gemalten Nummer 55 einmal gefunden hat, ist die Orientierung Richtung Arbon recht einfach, da die Ausschilderung mit allen Abbiegevarianten sehr gut signalisiert wurde. Das muss man in der Schweiz wirklich loben: die Signalisierung der Fahrradwege ist äußerst vorbildlich.

 

auf dem Konzeil-Radweg unterwegs

auf dem Konzilradweg Nr. 55 unterwegs

 

An Bottighofen und Scherzingen führt der Fahrradweg bis hinter Altnau fast schnurgerade an landschaftlich schönen Abschnitten vorbei. Je nach Verdeckung der Sicht durch Waldabschnitte (oder trübem Wetter) ist stellenweise immer wieder ein Blick auf den Bodensee und der gegenüber liegenden Bodenseeseite zu genießen. Landschaftlich ist die Region des hier befindlichen Kantons Thurgau ein Obstanbaugebiet, was auf dieser Radtour nicht zu übersehen ist.

Überall führt der teils schotterige Radweg an groß angelegten Obstplantagen vorbei. Was aber am meisten auf dieser herrlichen Radstrecke Freude macht, ist die Ruhe und teilweise auch einsamen Abschnitte in schönster Natur. Wer es lieber lebendig und leutseliger mag, ist auf dem Bodensee-Radweg besser aufgehoben. 

Cica 2,5 Kilometer hinter Altnau trennen sich die Wege und es wird nun auf der folgenden Seerücken-Route 82, sozusagen als Anschlussverbindung, weiter gefahren. Der Konzil-Radweg, den wir nun sprichwörtlich rechts liegen lassen, verläuft weiter über Amriswil, Hagenwil und Dottenwil bis nach St. Gallen, wo er dann auch endet. 

 

Weiter auf der Seerücken-Route Nr. 82

Ist die Abbiegung geglückt, führt der Radweg durch zwei waldreiche Abschnitte bis Dozwil und Oberhüüsere bei Hatswil. Biegt man an der Kreuzung am Ende des zweiten Waldgebietes nach links ab, so ist nach 3 Kilometern die Stadt Romanshorn am Bodensee erreicht. 

Generell kann bei dieser Alternativvariante zum Bodensee-Radweg immer wieder Kurs auf den offiziellen Radweg genommen werden und das Hinterland durch den Radweg am Bodensee getauscht werden. Die Seerückenroute Nr. 82 (siehe auch Mountainbiken Seerücken) hat ihren Ursprung in Schaffhausen und führt, wie der Titel der Route es schon verrät, quer Feld ein rund 90 Kilometer über den Seerücken bis nach Arbon.

An kleinen Ortschaften wie Hungerbüel, Neukirch und Bumishus geht es vorbei, bis die Seerückenroute im Ortsteil Stachen bei Arbon in Richtung Bodenseeufer abbiegt. Ab hier kann der Einstieg auf den offiziellen Bodensee-Radweg erfolgen oder wer das Abenteuer Arbon bis Bregenz über Heiden als weitere Streckenalternative erleben möchte, folgt dem weiteren Verlauf der Alternativroute im folgenden Teil II dieser Tour.

 

II. Alternativstrecke von Arbon bis Bregenz über Heiden

Wie eingangs schon angedeutet, bietet diese Bodensee-Radweg Alternativstrecke eine spannende Abwechslung zum flach am Bodenseeufer verlaufenden Teil des Fernradweges. Anstatt von Arbon am Bodenseeufer entlang (Einstieg über die gestrichelte rote Linie vor Arbon) über Rorschach, Altenrhein und Fußach nach Bregenz zu gelangen, führt dieser Radweg über den Ortsteil Rorschacherberg hoch hinauf bis nach Heiden.

Anfangs fahren wir ein paar Meter auf der Karthäuser-Fürstenland-Route Nr. 33. Diese Route führt von Stein am Rhein bis nach Rorschach auf einer Länge von gut 90 Kilometern. Wen die Radtour interessiert, findet bei Veloland zur Kartäuser-Fürstenland-Route alle wichtigen Informationen.

 

Bodensee-Radweg Alternative im Appenzell

der alternative Bodensee-Radweg über Appenzell-Außerrhoden (dunkelblaue Linie)

 

Es wird geklettert und es wartet auf den Radler eine tolle Fernsicht auf den Bodensee oberhalb der Gemeinde Rorschacherberg auf einer Höhe von gut 700 Höhenmetern (siehe rotes Sonnensymbol in der Karte). Vorher ist aber ein guter und ausdauernder Anstieg über rund 500 Höhenmetern auf 8 Kilometer Radstrecke ab Goldach bei Rorschach über Fürschwendi bis Grub (AR) zu leisten.

Landschaftlich ist es so idyllisch, wie man sich eine Schweizer Voralpenregion vorstellt: gepflegte Bauernhäuser, die überwiegend aus Holz gebaut und einige Jahre Erfahrung vorweisen können, überall herrscht eine harmonisch angelegte Blumen- und Pflanzenpracht. Wenn das Wetter mit spielt, fühlt man sich hier definitiv in einer heilen Welt, die aus unzähligen, hügeligen Wiesen- und Waldlandschaften besteht.

 

radtour durch das Appenzell Ausserrhoden

landschaftliches Idyll in Appenzell-Außerrhoden

 

Zurück an den Bodensee

Ab Grub beginnt dann langsam aber stetig der Abstieg von der Höhe: Heiden befindet sich noch auf rund 800 Höhenmetern und dann geht es über Wolfhalden (730 Hm) bis Walzenhausen (680 Hm) mit überschaubarem Abstieg wieder runter.  

Ab Güetli (680 Hm) bis St. Margrethen (430 Hm) wird es sehr kurvenreich und die jetzt flotte Abfahrt macht Spaß auf der gut ausgebauten Asphaltstraße: es werden 250 Höhenmeter auf knapp 5 Kilometer abgebaut und in St. Margrethen befindet man sich fast wieder auf Höhe des Bodensees (400 Hm).

Von hier aus geht es im Flachen weiter bis nach Fußach, wo der Bodensee-Radweg wieder aufgenommen wird. Die Flucht in das Hinterland ist beendet und es geht auf dem klassischem Bodensee-Radweg wieder weiter. Wer Anregungen zur Aufteilung der Radreiseabschnitte auf dem Bodenseeradweg sucht, wird beim Bericht zur Gestaltung der Etappen vielleicht fündig.

 

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