Bodensee-Radweg – die offizielle Radstrecke

Der Bodensee-Radweg weist eine gut ausgebaute Infrastruktur auf. Die Radwege sind in allen Ländern, die an den Bodensee angrenzen, gut ausgeschildert und die Wegführung ist an kritischen Stellen durch zusätzliche Fahrbahnmarkierungen auf den asphaltierten Abschnitten unterstützt.

Aber nicht nur die Wegsignalisierung ist gut, die Radwegqualität ist auch vom Ausbau des Radwegenetzes gut umgesetzt, auch wenn die Wegebauaktivitäten nicht primär auf das Thema Bodensee-Radweg fokussiert sind und waren.

Die Kunst besteht in der klugen Verbindung und Verknüpfung bestehender Wege zu einem ganzheitlichen Radwegenetz, der die Streckenführung um den Bodensee intelligent und optimal umsetzt und das ist gut gelungen. Natürlich ist der Fernwanderweg nicht aus Langeweile zu einer Freizeitaktivität in seiner jetzigen Form entstanden.

 

Touristische Ausrichtung des Bodenseeradweges

Der Ausbau des Tourismus am Bodensee mit Ausrichtung auf die Zielgruppe aktiver Radfahrer stellt ein wichtiges wirtschaftliches Potenzial für Beherbergung, Gastronomie, sowie den lokalen Fahrradgeschäften und Reiseanbietern zur Verfügung. Kurzum, der Bodensee-Radweg ist zu einem touristischem Event geworden, das immer mehr Freunde gewinnt.

Und das ist auch gut so, denn der Nutzen kommt allen zu Gute: Ein Radtourist, der das Radwegenetz am Bodensee kennen lernen möchte, trifft auf eine gut organisierte Infrastruktur und muss sich keine Gedanken darüber machen, dass er oder sie verzweifelt seinen Weg um den Bodensee finden muss. Für die Bodenseeregion hat der touristische Wirtschaftszweig somit eine neue Quelle gefunden und beschäftigt viele Menschen mit Arbeit.

Um den Wunsch eines optimalen Bodenseeumrundungs-Abenteuer Rechnung zu tragen, sind einige Kriterien zu erfüllen:

  • das A und O sind Fahrradwege, die so miteinander verknüpft sind, dass eine Umrundung des Bodensees problemlos möglich ist.
  • Die Radwege müssen gut sichtbar beschildert sein, dass die Strecke den Charakter einer "guided Tour" hat.
  • Ein Streckenerlebnis kommt natürlich nur dann auf, wenn die Wege nicht nur gut ausgebaut sind, sondern auch durch schöne Landschaftabschnitte mit positiver Ausstrahlung (Blick auf Berge, Seenähe, schöne Ortsdurchfahrten mit Rastmöglichkeiten, etc.) führen.
  • Dies gilt auch für die Vermeidung der Wegführung an stark befahrenen Autostraßen. Nur an wenigen Stellen lässt sich das nicht immer vermeiden (Strecke Immenstadt - Friedrichshafen).
  • Gefahrenpotenziale, die für Radfahrer entstehen können, die beispielsweise nicht mit steileren und kurvenreichen Abfahrten (wie die Abfahrt beim Dettelbach) vertraut sind, müssen vermieden oder entsprechend mit Warnhinweisen versehen werden. Nicht jeder Radfahrer ist gleichermaßen auf seinem Gefährt geübt und entsprechend gewarnt sein, wenn der Weg anspruchsvoller wird.
  • Radwege, die geografisch bedingt keinen separaten Radweg zur Straße ermöglichen, müssen mit entsprechenden Sicherheitshinweisen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen versehen werden. So führt der Bodensee-Radweg bei Sipplingen eine größere Strecke  direkt an der viel befahrenen Bundesstraße entlang. Hier ist die Ortsdurchfahrt auf Tempo 30 reduziert worden. 

Bei Wanderrad sind alternative Radstrecken zum klassischen Bodenseeradweg zu finden, die als Anregung für erfahrene Bodenseeumrundler Ideenanreiz bieten. Wer Lust auf etwas Neues hat und keine Angst vor unbekanntem Terrain, wird vielleicht fündig.

 

Der offizielle Fernradweg um den Überlinger See

Wer sich den Überlinger See als Teilstrecke der Umfahrung des Bodensees vorgenommen hat und aus Richtung Konstanz seine Tour beginnt, wird ab der Ortschaft Liggeringen nicht auf direktem  Weg nach Bodman und wieder an den Bodensee zurück geleitet.

Der Grund dafür liegt in der Vermeidung der Abfahrt von Langenrain durch die schluchtähnliche Strecke parallel zum Dettelbach hinunter in Richtung Bodman-Ludwigshafen. Hier geht es von der Erhebung des Bodanrück über eine landschaftlich beeindruckende, aber auch kurvenreiche und steile Strecke gut 100 Höhenmeter bergab in die Ebene. Zudem gibt es ab Ortsende Liggeringen auch keinen separaten Fahrradweg durch den Dettelbach bis zur Hauptstraße nach Bodman.

In den vergangenen Jahren kam es auf dieser Strecke vereinzelt zu Stürzen mit dem Fahrrad. Was für einen Ortskundigen oder auch auf dem Rad geübten Fahrer einfach erscheinen mag, kann für andere Radfahrer eine ungewohnte Herausforderung sein, es spielen viele Kriterien dabei eine Rolle (körperliche Verfassung, Zustand des Fahrrades, Fehleinschätzung der Geschwindigkeit und plötzlich auftauchende Kurvenänderung, etc.). Auf keinen Fall ist diese Strecke im Winter bei Schneefall auch für Radprofis wegen der möglichen Rutschgefahr zu empfehlen.

 

Umleitung über Güttingen und Stahringen

Von Liggeringen aus erfolgt daher eine größere Schleife zurück zum Überlinger See über die Ortschaften Güttingen und Stahringen. Das Gefälle ist weitaus gemächlicher und der Weg führt auf einem eigenen Radweg entlang zur Landstraße 220.

Am Ortsende von Güttingen wird es dann etwas welliger und vorbei am Durchenbergried fährt man bis Stahringen parallel zur Bundesstraße 34, die Radolfzell mit Ludwigshafen verbindet. 

Am Ende von Stahringen auf Höhe des Flugplatzes (ja, hier gibt es einen Flugplatz, nämlich der Flugsportvereinigung Radolfzell E.V.) beim Schanderried muss man aufpassen, dass der Radweg durch die Unterführung nach Bodman und nicht nach Espasingen genommen wird, denn sonst wird aus beschaulicher Ruhe eine stellenweise holprige Weiterfahrt an der Hauptstraße entlang.

Auf dem Radweg nach Bodman geht es immer schnurgeradeaus und ein schöner Blick auf den waldreichen Bodanrück wird sichtbar. Von der Straße aus erstrecken sich weitläufig angelegte Obstplantagen bis an den steileren Hängen der räumlichen Erhebung, die in Waldgebiete übergehen. Im Sommer bieten vielerorts kleine, mobile Verkaufsstände Äpfel, Birnen und eine weitere Palette an Früchten die Produkte der Region an, einen Hungerast bekommt man auf diesem Streckenabschnitt daher nicht.

 

Das Naturschutzgebiet Bodenseeufer (Bodman-Ludwigshafen)

Die Lebensdauer von Wegen und Straßen auf kartografischem Material unterliegt dem Wandel und wie schnell sich ein Wandel vollziehen kann, lässt sich auf dieser Etappe des Bodensee-Radweges nachvollziehen.

 

Durchfahrt für Radfahrer verboten

Wer vor einigen Jahren noch von Bodman nach Ludwigshafen unterwegs war, konnte den herrlichen Schotterweg entlang des Bodenseeufers in seine Planung aufnehmen. Dies hat sich geändert und wer sich GPS-Dateien vom Bodensee-Radweg besorgt, wird auf der ein oder anderen Route noch die Durchfahrt durch das Naturschutzgebiet vorfinden.

Diese Zeiten sind allerdings vorbei, denn jetzt heißt es, erneut eine weitere Schleife bzw. einen Bogen um das Bodenseeufer zu drehen, da die Durchfahrt mit dem Rad verboten ist. Schade eigentlich, denn der Weg ist sehr schön direkt am Ufer gelegen und lädt zu einer Pause mit Panoramablick über den Überlinger See ein. Durch das Gebiet fließt auch die Stockacher Aach, die in den Bodensee mündet, in dem Feuchtgebiet trifft man auf eine artenreiche Flora- und Faunalandschaft.

Die Umfahrung auf dem Radweg an der Hauptstraße trifft beim Campingplatz Ludwigshafen mit dem Endpunkt des Naturwanderweges durch das Naturschutzgebiet wieder zusammen. Wer also in Ludwigshafen eine Übernachtung vorsieht, kann vielleicht einen kleinen Wanderausflug zu dem beschriebenen Schutzgebiet einplanen.

Ab Ludwigshafen geht es auf dem Bodensee-Radweg über die Orte Sipplingen, Überlingen und Meersburg weiter zur Oberseeumfahrung oder mit der Autofähre von Meersburg wieder zurück nach Konstanz.

Diese Strecke ist beschrieben in der Bodensee-Radweg Etappe um den Überlinger. In Sipplingen kann auch ein Ausflug zu den Sandsteinfelsen, den Churfirsten, unternommen werden. Dieser Ausflug ist in der Radtour zu den Churfirsten beschrieben.  

 

Der offizielle Fernradweg um den Obersee

Die längste und am meisten Ausdauer erfordernde Strecke mit rund 130 Kilometer Länge ist die Bodenseeumfahrung um den Obersee. Hier führt der offizielle Bodenseeradweg überwiegend direkt am Bodenseeufer entlang.

Diese klassische Radstrecke am Schwäbischen Meer ist in der Beschreibung der Radtour um den Obersee detailliert zu lesen.

 

Der Bodensee-Radweg um den Untersee

Der Wanderradweg um den Überlinger See führt im Gegensatz zu den beiden anderen Strecken auf dem Abschnitt von Dettingen bis Bodman fernab des Bodensees im Landesinneren. Von Wasser, geschweige denn dem Bodensee, ist hier nichts zu sehen.

Das liegt einfach daran, das keine direkte Streckenführung mit dem Fahrrad am Seeufer möglich ist, da nur ein schmaler Wanderweg (vorbei am der bekannten Taucherstelle Teufelstisch und dem Fuße der Marienschlucht, die seit 2015 wegen eines Erdrutsches auf unbekannte Zeit gesperrt ist) an den Steilhängen des Bodanrück von Wallhausen bis Ortsanfang Bodman entlang führt.

Der Fahrradweg am Obersee und Untersee ist hingegen fast durchgehend in Sichtweite zum Bodensee befahrbar. Wer den offiziellen Radweg am Untersee von Konstanz aus durch die Schweiz antritt, erlebt bei Stein am Rhein die Überquerung des Rheinflusses und begibt sich auf den abwechslungsreichen Weg an der sogenannten Höri entlang.

Der Gemeindeverwaltungsverband (dieser wohl formulierte Begriff setzt sich aus stolzen 26 Buchstaben und den Gemeinden Öhningen, Gaienhofen und Moos zusammen) Höri prägt dabei aus der regionalen Lage der Gemeinden die geografische Erstreckung.

Im Reisebericht der alternativen Bodensee-Radwegstrecke um den Untersee wird eine Radtour über den höchsten Punkt der Höri beschrieben, den Schiener Berg. Diese Alternativstrecke beginnt ab Öhningen und synchronisiert sich wieder mit dem offiziellen Radwanderweg bei Moos. 

Die Eigenschaften der offiziellen Radstrecke um den Untersee sind im Abschnitt zum Streckencharakter ab dem Kapitel Von Kreuzlingen nach Stein am Rhein zu lesen. 

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