Bodensee-Radweg Streckencharakter

das Schloss bei Meersburg

Meersburg - traumhaft schöne Streckenabschnitte des Bodensee-Radweges

 

Besonderheiten des Radweges um den Bodensee

Nebst den formal beschreibenden Charakteristika des Bodensee-Radweg, bestehend aus den typischen Kennzahlen, wie gesamte Länge oder der zu fahrenden Strecke um die drei unterteilten Seenbereiche Untersee, Obersee und Überlinger See, gibt es eine Reihe weiterer Merkmale bzw. Eigenschaften, die sich durch streckenspezifische Eigenschaften beschreiben lassen. Beginnend bei der "Schönheit" eines Tourenabschnittes bis zur Verkehrsdichte an Radfahrern ist alles bewertbar.

In diesem Artikel werden einige Eigenschaften der Bodenseeumrundung betrachtet, die hier vorgenommene Einschätzung und Bewertung ist natürlich dem subjektivem Ermessen und Beurteilung geschuldet und daher sehr individuell bewertet.

Jeder Radfahrer hat ein unterschiedliches Empfinden, z.B. was Verkehrsbelastung auf Radwegen betrifft, daher kann die hier vorgenommene Bewertung nur als ein persönliches Beobachtungsmerkmal gesehen werden.

 

Die Charakteristika der Radstrecke um den Bodensee unterteilt sich in:

  • schöne landschaftliche Abschnitte auf der Fahrradstrecke um den Bodensee
  • wenig reizvolle Etappen der Bodenseeumfahrung
  • ruhige und wenig verkehrsbelastete Straßen im Umfeld der Radwege
  • Führung des Fernradwanderweges an verkehrsstarken Autostraßen
  • Gefahr möglich durch schlechte Wegführung oder Kontakt mit starkem Autoverkehr
  • gut oder weniger gute Ausschilderung des Bodenseeradweges
  • Qualität des Streckenuntergrundes (schlechter Schotter, guter Asphaltweg, etc.) 
  • stark oder wenig frequentierte Radtour-Bereiche

 

Sicherlich gibt es noch weitere Aspekte, die dem ein oder anderen Radfahrer einen hohen Stellenwert bei der Vorbereitung seiner Fahrradtour um das Schwäbische Meer von Bedeutung sind. Zu den bedeutendsten Merkmalen gehört aber sicherlich die Sicherheit auf dem Bodensee-Radweg und natürlich eine gute Führung durch gut signalisierte Auszeichnungen. 

 

Schöne landschaftliche Abschnitte auf dem Bodenseeradweg

Gleich vorweg: es ist schwer in der traumhaft schönen Umgebung des Bodensees auf Radwege zu treffen, die alles andere als reizvoll sind und das Fahrerlebnis mit mittelmäßiger Begeisterung nach Tourende abschließen lassen. Und hier finden sich Anregungen zur Gestaltung von Etappen auf dem Bodensee-Radweg

 

Bodensee-Radweg Streckencharakter

Streckencharakteristik des Bodensee-Radweges (Ref. 1)

Legende:

  • grüner Radweg: landschaftlich reizvoller Radweg
  • grauer Radweg: der Weg führt nah an verkehrsreichen Straßen entlang oder befindet sich direkt auf der Straße (z.B. kurze Abschnitte in der Schweiz durch Ortschaften)
  • grünes Dreieck: schöne Aussicht mit weitläufig schöner Umgebung
  • rotes Dreieck: Gefahrenpunkte (z.B. Nähe mit Autoverkehr)

 

Gerade wer in der noch jungfräulichen Vor-Urlaubszeit, vor allem in der Zeit ab April oder Mai oder ab Ende der Sommerferien (September, Oktober) an den See fährt, kann bei gutem Wetter den Bodensee-Radweg ideal genießen: die Radwege sind nicht mehr überlaufen und in den Hotels, Hostels und Pensionen oder B&B gibt es ausreichende Unterkunftsmöglichkeiten.

In der Zeit nach den Sommerferien kommt allerdings eine zweite Urlauberwelle von Menschen, die ihre Ferien im wohlverdienten Ruhestand am See verbringen. Daher wird es besonders bei guten Wetterbedingungen eventuell noch einmal eng. 

Wer den Bodensee umrundet und seine Radtour bei Meersburg im Uhrzeigersinn beginnt, wird auf seiner Radtour die folgenden Erfahrungen sammeln:

 

Von Meersburg nach Immenstaad

  • sehr schöner Radweg mit Blick auf Weinberge und Schloss
  • ab Campingplatz Schloss Kirchberg hinter Hagnau kurzes Stück parallel zur stark befahrenen Bundesstraße 31
  • durch das Zentrum von Immenstaad: sehr schön, leicht genervte Autofahrer im Sommer möglich und viele Fußgänger in enger Straßenführung (erstes rotes Dreieck nach Meersburg), Geduld beim Vorwärtskommen einplanen.

 

Von Immenstaad nach Friedrichshafen

  • ab Immenstaad geht es nur noch an der stark befahrenen Bundesstraße B31 entlang. Hier macht das Radfahren wenig Spaß, aber die belastete Strecke ist begrenzt (ca. 10 Kilometer inklusive Stadtdurchfahrt) und wird hinter Friedrichshafen ab Eriskirch wieder ruhig
  • In Friedrichshafen muss man gut aufpassen, dass man nicht auf dem Fahrradweg geradeaus auf der Hauptstraße weiter fährt, sondern von der Hauptstraße (Zeppelinstraße) rechts ab in den siehe hier Schwanenweg und sofort dann links in die Schmidstraße abbiegt.
    Wenn man den Anschluss verpasst, wird man im dichten Verkehr regelrecht vom Vorwärtskommen abgewürgt, da sich viele Autofahrer beim Warten vor den Ampeln auf die Fahrradspur stellen. Das ist sehr ärgerlich, vor allem weil der Rückstau sehr lang an einer Ampel sein kann.
  • Die nächste Herausforderung ist dann die Wegführung auf dem Radweg am Stadtgarten entlang. Da der Fußgängerweg und der Radweg ohne Trennung auf Kante dicht an dicht führen, muss man vor allem auf Smartphone-schielende Passanten gut acht geben, die einfach den Radweg queren. Besonnenheit führt hier erfolgreich aus Friedrichshafen wieder raus, denn es ist noch die Fußgängerzone zum Hafengebiet (unter anderem Abfahrt Katamaran nach Konstanz) zu meistern. Absteigen heißt hier die Lösung, auch wenn mit dem Fahrrad (2015) geradelt werden darf, denn die Fußgängerdichte ist ähnlich hoch.
  • Hat man es bis zum Wohnmobilstellplatz CAP Rotach geschafft, kommt die letzte Prüfungsaufgabe: aufpassen, denn an der folgenden Gabelung muss in die Seewiesenstraße abgebogen und nicht gerade aus weiter gefahren werden, sonst bleibt man zwangsläufig auf der Hauptstraße bis Eriskirch. An dieser Stelle kann man sich leicht verfahren. 
  • Jetzt ist der einzige, wirklich anstrengendste Teil der Bodenseeumfahrung geschafft und es wird wieder ruhiger. Man hat sich schon sehr in Friedrichshafen bemüht, den Bodensee-Radweg möglichst optimal zu gestalten und das ist auch recht gut gelungen. Wichtig ist hier auf die nicht immer gleich sichtbaren Abbiegehinweise zu achten, denn selbst mit gutem Auge ist man durch den Trubel des Autoverkehrs und des Lärms verunsichert.
  • Eine Übersicht der Bodensee-Radweg Themen findest du auch hier.

 

Von Eriskirch nach Bregenz

 

Obststand auf dem Bodenseeradweg bei Kressbronn

Obstverkauf bei Kressbronn

 

  •  Wer viel Zeit einplant, kann einen Abstecher zum Landschaftsschutzgebiet Eriskircher Riedvornehmen. Seltene Pflanzen und Vogelarten können hier in einer Führung besichtigt werden.
  • Es bleibt weiter gemütlich mit abwechselnder Stimmung von Natur und touristisch anmutenden Ortschaften direkt am Bodensee, wie Kressbronn, Nonnenhorn, Wasserburg. Alles drei Orte haben einen Schiffsanleger für die Fährenverbindung der Linie Konstanz-Bregenz-Konstanz, eine unendlich lange dauernde Schiffahrt, wenn man von Konstanz aus startet und hierher zurück die gesamte Zeit auf der Fähre verbringt.
  • Auch bis Lindau und nach Zech bzw. Unterhochsteg bei Hörbranz bleibt das Stimmungsbild weiter reizvoll, immer wieder ein toller Blick über den Bodensee auf die gegenüber liegende Schweizer Uferseite.
  • Ab Lochau-Hörbranz geht es dann direkt ans Wasser: bis zur Seebühne in Bregenz fährt man auf Tuchfühlung direkt an der kieselsteinigen Strandzone entlang, ein schier unendlich erscheinender Strandbereich, der keinen Platzmangel aufkommen lässt.
  • Die einzige Stelle in Bregenz, wo man auf den Bodensee-Radweg aufpassen muss, ist bei der Seebühne. Die Ausschilderung ist hier nicht gleich ersichtlich und kann von den herab hängenden Baumästen und Laubwerk im Sommer auch mal verdeckt sein. Der Radweg ist hier etwas virtuos gestaltet und führt nicht schnurgerade aus weiter.

 

Von Bregenz nach Arbon

 

am Bodensee bei Bregenz

könnte auch am Mittelmeer sein - der Bodensee bei Bregenz

 

  • Auf der Strecke von Bregenz nach Arbon gibt es zwei kleinere, aber schöne Umwege, bedingt durch die Flussmündungen der Bregenzer Ach und des Rheins bei Fußach, dem Gebiet des Rheindelta. Beide Gebiete laden ein auf einen Spaziergang, wie hier demWaldweg Auwald bis zum Mehrerauer Seeufer. Die Stimmung könnte von einem Küstentag an der Nordsee kopiert sein. Das Rheindelta als Erlebnisgebiet ist weitaus größer und ein Ausflug zum Naturschutzgebiet Rohrspitz lohnt sich auf jeden Fall.
  • Im Gegensatz zu den meisten Fahrradstrecken ist der Weg im Rheindelta oft mit sandigem Schotteruntergrund versehen, schmalreifige Rennräder haben es hier stellenweise schwer zu fahren, daher besser einen Umweg über Höchst, Gaißau, Rheineck und Thal ausarbeiten.
  • Ab dem Campingplatz bei Althenrhein geht es wieder auf asphaltierten Straßen weiter.
  • Wem die Puste langsam auszugehen droht, aber die noch rund 40 Kilometer Reststrecke bis Kreuzlingen unbedingt fahren möchte, kann die Bodensee-Radweg Strecke zwischen Staad und Rorschach auf der Hauptstraße fahren. Das ist zwar eine verkehrsreiche Innenstadtstraße, die Umleitung des Radweges am Rorschacherberg entlang ist zwar schön, aber sehr Kräfte raubend durch die Steigungen.
  • Ab Rorschach Hafen beim Kornhaus geht es dann wieder nah am See entlang bis Arbon und im Sommer gibt es tolle Sandskulpturen an der Seepromenade zu bestaunen. Ab jetzt geht es nur noch flach weiter.

 

Von  Arbon nach Kreuzlingen

  • Der Weg ist fast durchgehend asphaltiert und nur in dem größeren Ort Romanshorn wird es zeitweise eng auf dem Bodenseeradweg. 
  • Auf dem restlichen Radweg bis zur Grenze nach Deutschland geht es beschaulich zu, es folgen nur noch kleinere Dörfer und gelegentlich muss man eine kleine Wartezeit einlegen, wenn ein Zug der SBB einen Stopp an eines der zu kreuzenden Bahnübergänge erzwingt.

 

Von Kreuzlingen nach Stein am Rhein

  • Der Radweg ist sehr gut ausgebaut und von Kreuzlingen bis Ermatingen fährt man oft auf Schotterwegen. Die Ausschilderungen sind, wie fast überall in der Schweiz, vorbildlich. Im Sommer sind verstärkt Radfahrer unterwegs, die als Ziel einen Badeplatz wie das Kuhhorn beim Gottlieber Zoll ansteuern oder die Badeplätze bei Ermatingen oder Triboltingen.
  • Immer wieder gibt es in den kleineren Ortschaften die Möglichkeit schnell einen Abstecher an das Ufer des Bodensees einzulegen und die schönen gepflegten Fachwerkhäuser zu begutachten wie in Eschlibach oder Berlingen.
  • Bis Steckborn verläuft der Weg absolut flach und bei Glarisegg wird es etwas hügelig auf dem Radweg bis Stein am Rhein. Der Wechsel auf den Radweg auf der rechten Seite gibt durch die erhöhte Position einen sehr schöne Blick auf den See und die dem See gegenüber liegende Höri frei. Dieser Streckenabschnitt bis ca. Eschenz ist mit sehr schönen Aussichtsstellen auf der Bodensee-Radweg Untersee Tour versehen.
  •  Stein am Rhein ist unfraglich der vielleicht attraktivste Ort auf der Radtour um den Bodensee. Eine Besichtigung der Stadt lohnt allemal und wer auch nur ein bisschen Zeit hat, sollte zumindest am Rheinufer ein wenig flanieren.

 

Von Stein am Rhein nach Radolfzell

  • nach Überquerung des Rheins führt der Bodensee-Radweg in Richtung Deutsch-Schweizer Grenze nach wenigen Kilometern. 
  • Abwechselnd auf landschaftlich umsäumten Schotterwegen und asphaltierten Straßen geht es im Wechsel über kleinere Orte namens Kattenhorn, Horn, Iznang bis zur nächst größeren Stadt Radolfzell.
  • Wer die Bodensee-Tatort Serie kennt, wird sicher eine Szene vor Augen haben, in der das Duo der Polizei mit rauschender Geschwindigkeit eine alleenartige Straße entlang flitzt, überhöhte Geschwindigkeit natürlich nur, um böse Täter zu fassen oder schnell an einen Tatort zu gelangen. Diese Aufnahmen wurden meist auf der Alleenstraße der Insel Reichenau oder hier auf dem Abschnitt zwischen Moos und Radolfzell gedreht. Der Radweg ist sehr idyllisch.  

 

Von  Radolfzell nach Konstanz

  • In Radolfzell heißt es an ein paar Stellen aufzupassen:
  • Zubringer zum Radweg am Bahnhof - ist Radolfzell erreicht, dann muss man bei der Fahrt in Richtung Bahnhof gut auf die Beschilderung achten, denn der Weg ist etwas verwinkelt.
  • Radweg an den Bahnschienen - hier verlaufen der Bodensee-Radweg und der Fußgängerweg Kante an Kante. Beide Wege snid durch eine dichte Baumreihe schattenspendend geschützt und daher ist es auch bei Dämmerung mit der Sicht etwas eingeschränkter. Flanierende Spaziergänger, die gedankenversunken auf den Radweg wechseln oder dort spazieren gehen, erfordern gute Augen.
  • Vor - und vor allem am Ende des Radweges, der parallel zu den Bahnsteigen am Bahnhof dann (zum Glück durch einen Zaun getrennt) entlang führt, ist besondere Obacht erforderlich. Hier gibt es keine deutliche Trennung der Wege mehr und vor allem im Hochsommer ist ein lebhaftes Treiben an Radlern und Fußgängern hier Tagesprogramm. 
  • Hinter der Abzweigung zur Halbinsel Mettnau wird es wieder ruhiger auf dem Schotterweg nach  Markelfingen.
  • Von Markelfingen bis Konstanz geht es durch Allensbach. Hier die Sinne noch einmal etwas gefordert, da es keinen getrennten Bodensee-Radweg durch den Ort gibt. Die teils engen Straßen und der stärkere Besucherverkehr im Sommer bieten Gefahrenpotenzial, dies besonders im Bereich der örtlichen Kirche.
  • Zwischen Allensbach und Konstanz sind keine Engpässe vorhanden. Wer jedoch abends bei Dunkelheit den Radwanderweg hier fährt, muss mit starker Blendung der Autofahrer rechnen. Das ist keine Bösartigkeit der Autofahrer, sondern der Radweg, insbesondere in der Nähe des Klosters Hegne, liegt tiefer als die Autostraße und daher schaut man als Radfahrer de facto direkt in die Scheinwerfer der entgegen kommenden Fahrzeuge.
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