Kalte Füße mit Klickpedalen im Winter?

Die letzten Wochen im November gaben einen ersten Vorgeschmack auf winterliche Temperaturen. Nicht nur in der Nacht, sondern auch am Tage waren es teilweise nur knapp über Null Grad und das sind erst die Vorboten auf das, was die nächsten Wochen und Monate kommen wird: der Winter naht unausweichlich und damit dauerhafte Kälte.

Wer auch im Winter mit dem Rad unterwegs sein möchte und seine Klickpedale nicht abmontieren will, dem stehen einige Möglichkeiten zur Seite, um sich vor Kälte zu schützen. Hier ein paar Tips.

 

Alles eine Frage der Isolierung

Wer bei eisigen Temperaturen mit seinem Mountainbike, Rennrad oder Trekkingrad unterwegs ist, kennt das Problem: Der gesamte Körper läßt sich bestens gegen Kälte schützen, aber zwei Stellen sind ein Problem, Hände und Füße.

 

mit dem MTB am Bodensee im Winter fahren

Radeln im Winter mit Klickpedale? Aber ja!

 

Schutz für die Hände

Für die Hände sind verschiedene Variationen von Handschuhen zu kaufen. Die klassischen Fingerhandschuhe lassen den höchst möglichen Spielraum für die Beweglichkeit der einzelnen Finger.

Scheibenbremsen lassen sich so wie im Sommer auch mit einem oder zwei Finger fein dosieren, das taktile Gefühl ist bei Fingerhandschuhen am besten ausgeprägt. Nachteil: Jeder einzelne Finger ist der Kälte optimal ausgesetzt und ein jeder der Finger kann daher schnell auskühlen. Anders ist das bei Handschuhen mit Doppelfingern, die wie Langustenscheren aussehen.

Der Daumen ist separat, aber Zeige- und Mittelfinger, sowie Ring- und kleiner Finger sind jeweils im Duett in einem Fingerbereich zusammen. Vorteil: beide Finger können sich gegenseitig wärmen und die Kälteeinwirkung ist nicht so extrem, wie bei den klassischen Fingerhandschuhen. Auch das Schalten und Bremsen ist noch gut dosierbar.

Am besten sind die Finger in Fausthandschuhen vor Kälte eingepackt. Alle Finger mit Ausnahme des armen Daumen können sich gegenseitig Wärme spenden und sind optimal vor eindringender Kälte verpackt. Auch wenn das der beste Schutz vor den Außentemperaturen ist, haben Fausthandschuhe leider auch den größten Nachteil bei der Bewegungsfreiheit auf dem Rad. Wer eine Rapid-Fire Schaltung hat, wird wenig Freude mit diesen Handschuhen haben.

 

Kälte an den Füßen

Kein Körperteil ist vom Wärmegenerator des Korpus so weit entfernt wie die Füße. Sie brauchen bei Kälte einen besonders guten Schutz. Schauen wir uns an, was es für Hilfsmittel gibt, wenn man im Winter seine Klickis nicht abschrauben und durch herkömmliche Bärentatzen ersetzen will. 

Das erste Hilfsmittel ist bei Temperaturen um 5-10 Grad eine besondere Art von Einlegesohlen, sogenannte Thermosohlen, die es im Schuhgeschäft oder online in breiter Auswahl im Internet zu bestellen gibt. Die Sohlen sind auf einer Seite mit einer isolierenden Metallfolie versehen und auf der anderen Seite mit einem wärmenden Filzmaterial. Diese Sohlen halten die Kälte aus dem Fußsohlenbereich für eine ganze Zeit sehr gut ab.

 

Thermosohlen und Neopren-Überzieher

linke Seite: Thermosohlen, rechts: Neopren-Überziehschuhe

 

Zusätzlich kann man sogenannte Neopren-Überziehschuhe verwenden. Ähnlich wie Triathleten sich in kalten Gewässern mit einem Neopreananzug vor dem Auskühlen schützen, gibt es speziell für Radschuhe Überzieher aus demselben Material für die Schuhe. Kälte wird so vom Fußbereich ferngehalten, die mit dem Fahrtwind von vorne auf den Radschuh einwirkt. Diese Überziehschuhe sind eine feine Sache.

Es gibt nur ein Problem: Klickpedale sind aus Metall gefertigt und ideale Temperaturleiter sowohl für Wärme und entsprechend auch für Kälte. Fährt man im Winter mit Klickpedalen durch die Gegend, dann wirkt das Pedal wie ein Kühlelement, das die Außentemperatur über den Metalladapter am Schuh bestens in den Schuh weiterleitet.

 

MTB mit Kunstoffplatten am Pedal

Klickpedal mit und ohne einsteckbare Fußplatte 

 

Für den Kälteeintritt von unten helfen auch die Überziehschuhe nichts, da sie keine Isolierschicht zwischen Pedal und Schuh erzeugen. Einzig die Thermosohlen verzögern für einen längeren Zeitraum das Einziehen der Kälte in den Fußbereich.

Diesen Effekt kennt man sehr schön von ungedämmten Gebäuden aus den 60er/70er Jahren, wo ein Balkon aus einer Betonplatte die Kälte sehr schön in den Wohnbereich leitet. Das spürt man im Winter sehr gut, wenn man sich einmal innen vor solch einem Balkon stellt, ideal wenn der Boden mit Fliesen verlegt wurde. Die eindringende Kälte ist bestens spürbar.

 

Klickpedal mit Auflageplattform

die Isolierung zwischen Pedal und Schuh ist gut zu erkennen

 

Heutzutage wird daher zwischen Balkonplatte und Wand ein Isoliermaterial angebracht und genau das ist auch die Lösung für das Rad. Es gibt von einigen Fahrradzubehör-Herstellern Fußplatten aus Kunststoff (sogenannte Pedalplattformen), die sich in die Klickpedale einrasten lassen und bewegungsfest sitzen. Diese Platten sind einerseits für sommerlichen Flip-Flop-Einsatz gut geeignet, aber auch im Winter ideal als Wärmedämmung für die Metallpedalen.

Der Vorteil: es muss nicht mit Radschuhen geradelt werden, sondern schöne, warme Winterschuhe kommen jetzt auf dem Rad optimal zum Einsatz. Viel Spaß.

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