Romreise Teil 3: von Chiavenna nach Cassano d’Adda

Radfahren Rom : Chiavenna

 

Technische Daten:

Länge:     120 km
Höhe:      ~250 m
Dauer:     8:05 (Fahrzeit + Pausen)

Wetter:   ♦♦♦♦♦
Strecke:  ♦♦♦♦ 

Highlights:

  • Radweg direkt an der Adda 

Am Comer See entlang bis Cassano d'Adda

Teil I. Der dritte Tag startet wie die erste beiden Tage mit schönstem Sonnenschein. Ich frühstücke im Hotel und packe meine Sache so gegen 9:00 Uhr, da ich heute einige Kilometer in der Ebene abspulen möchte. Mein Navi, das die vorher geplante Strecke bis nach Rom im Bauch trägt, und somit besser als ich weiß, was noch auf mich zukommen wird, ist heute milde zu mir und kündigt für die nächsten Tage erst einmal Fahren in der Ebene an.

 

Kein Pass, kein Joch, kein Gar nichts. Es geht nur noch in der Poebene die nächsten Tage vorwärts. Am Ortsende von Chiavenna sehe ich eine Beschilderung für einen Radweg. Es steht sogar etwas von einem internationalen Radweg Nummer 5 darauf und ich staune, dass jemand sich hier am Ende vor den Bergen so eine Mühe gemacht hat, liebevoll irgendwelche Fahrradschilder aufzustellen. Der Radweg ist erstklassig und bringt mich das erste Stück auf einer guten Asphaltstraße in Richtung des Comer Sees.

 

Teil II. Ich überlege noch, ob dieser herrlich errichtete Radweg mich vielleicht noch eine ganze Weile auf meinem Vorhaben bis nach Rom begleiten wird. Aber der Traum erlischt nach kurzer Zeit, denn die liebevolle Hingabe zur Beschilderung endet bereits am nördlichen Fuße des Comer Sees. Von hier aus geht es erst einmal über Nebenstraßen Richtung Mese, San Pietro und dann zum Lago di Mezzola.

 

Nach einer Weile erreiche ich Colico, immer den Weg Richtung Comer See folgend. Ich stelle fest, dass meine Fahrradkette sich eine Massage mit einem Schmiermittel wünscht und ich mein Kettenspray in der Packliste für diese Tour vergessen habe. Ich fahre zu einer kleinen Autowerkstatt, die auf meinem Weg liegt und frage den Mechaniker, ob er für mich etwas Schmiermittel hätte. Kein Problem und im Nu ist mein Rad für die nächsten Hundert Kilometer wieder sorgenlos. 

 

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Blick auf die Alpen vom oberen Teil des Comer See's

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Radweg an der Adda - hier kann man rund 30 Km radeln 

Teil III. Die Sicht auf den Comer See ist wunderschön und es ist noch relativ wenig Verkehr im Mai an der Hauptstrasse, die direkt am See entlang führt. Der nördlichen Teil des Comer Sees ist von hohen Bergen umrahmt. Die Kulisse wirkt sehr spannend und macht neugierig, die umliegende Bergwelt zu erkunden, aber dafür habe ich diesmal keine Zeit. Ich fahre mit gleichmäßigem Kurbeln von der nördlichen Spitze des Comer Sees auf der rechten Seite des Sees nun immer weiter Richtung Süden.

 

Rund 70 Kilometer ist der Streckenabschnitt, den ich bis nach Lecco abspule. So schön der See auch ist, irgendwann gewöhnt man sich an seine Anwesenheit und ich bin froh, als ich auf das Ende seiner rechten Ferse stoße. Schaut man sich den Comer See auf der Landkarte an, sieht er wie ein laufendes Wesen ohne Arme aus. Vor Lecco wird die Strasse 2-spurig und der Autoverkehr nimmt sprunghaft zu. Ich habe das Gefühl auf einer Autobahn light zu fahren und bin mir nicht sicher, ob ich hier überhaupt fahren darf. Aber wo soll ich sonst fahren?

 

 

Teil IV. In Lecco beschließe ich in einem Park, der einen schönen Blick in Richtung Norden freigibt, Mittag zu machen. An einem Kiosk kaufe ich zwei belegte Brötchen und etwas zu trinken. Wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, bin ich ein großer Freund einer Dose Coca Cola, das ist mein geliebter Energiebringer. Im Park finde ich  eine gemütliche Parkbank und ich genehmige mir eine längere Pause, ich bin heute gut voran gekommen und habe bereits rund 80 Kilometer in den Beinen.

 

Von Lecco aus starte ich den vorgegebenen Weg meines Navis und stelle fest, dass ich da ganz schön Mist geplant habe. Ich habe die Hauptstraße vermieden und die Radstrecke ungünstigerweise über eine hügelige Kurvenstrecke gelegt, um Verkehr zu vermeiden. Aber so werde ich nicht vorwärts kommen, da das ständige auf und ab fahren mich langsam wahnsinnig macht. Ein Stück radele ich auf der immer stärker vom Verkehr beherrschten Hauptstraße, bis ich durch einen unglaugblichen Zufall einen Weg direkt an dem Fluß Adda bei Brivio finde. Über dreißig Kilometer fahre ich nun bis Cassano am Fluß entlang (siehe auch das Video auf dem Radweg an der Adda), bis ich in den Ort komme. 

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