Romreise Teil 5: über Novellara nach Nonantola

die Strecke nach Nonantola

Technische Daten:

Länge:     87 km
Höhe:      80 Hm
Dauer:     5:60 h 

Wetter:   ♦♦♦♦
Strecke: ♦♦
Level:    ♦♦♦

Highlights:

  • die Gegend ist eher langweilig, aber man kommt bestens vorwärts
  • das Wetter war traumhaft schön
  • Nonantola ist eine interessante Stadt

Durch die Ebene nach Nonantola

Teil I. Der Morgen beginnt wie all die letzten Tage mit schönstem Sonnenschein und ich frühstücke als Einziger in dem kleinen, aber gemütlichen Speisesaal meiner gemütlichen Pension. Ein älterer Herr des Hauses richtet den Tisch und fragt mich höflich, ob alles rechtens sei, mit der Kurzformel: tutto a posto? Ich bejahe und im Anschluß bezahle ich die Nacht und hole mein Fahrrad aus einem Verschlag im Garten und mache mich auf den Weg. 

 

Die Tage, die ich seit der Ankunft am Comer See verbracht habe, führen mich streckenmäßig immer noch durch die Poebene. Heute ist das Ziel Nonantola, eine Kleinstadt mit rund 15 tausend Einwohnern, die als Prunkstück die Abtei Nonantola stolz präsentieren kann. Die Abtei wurde gegen 750 n. Chr. gebaut. Ich bin wie jeden Tag gespannt auf die Landschaft und Städte, denen ich unterwegs begegne.

Teil II. Es ist gar nicht so einfach, einen direkten Weg auf Nebenstrecken nach Nonantola auszumachen. Das liegt daran, dass es unterwegs immer wieder Flüsse gibt, die nur an bestimmten Stellen die Überquerung mittels einer fahrbaren Brücke erlauben. So stellt sich mir zuerst der Fiume Taro in den Weg und als nächstes der Fiume Enza. Für den ersteren musste ich einen großen Bogen über San Secondo Parmense drehen.

 

Die alternative Wahl, um schneller nach Nonantola zu gelangen, ist eine der Hauptstraßen von Parma über Reggio Emilia nach Modena zu nehmen. Aber dann hätte ich auch das Auto nehmen können und nicht das Fahrrad, denn jeglicher Verkehr, der sich nicht auf den Nebenstrecken abspielt, ist ein Alptraum für jeden Radfahrer. Ich nehme also im großen Bogen Anlauf und fahre brav meinem Navi hinterher.

Tourenbilder 1:

 

meine Pension in Fontanellato

Morgens vor der Pension in Fontanellato

 

  

weite Felder vor Nonantola

Landschaft bei Nonantola

 

Teil III. Die Nebenstrecken sind ruhig und der Blick kann ungehindert weit in die Ferne schweifen. Außer ein paar vereinzelten Baumreihen besteht die Landschaft fast ausschließlich aus Wiesen und Anbauflächen für Getreide und weitere Anbauarten. Wie mit einem Lineal gezeichnet, werden die Flächenstücke durch Wassergräben unterteilt und verlaufen kilometerweit in die Ferne. Einen Engpaß an Fläche zum Anbau gibt es hier de facto nicht, alles wirkt, als ob es sich bis ins Unendliche ausdehnen kann und darf. Eine starke Erinnerung an die norddeutsche Landschaft wird wach, regional grob geschätzt ab Papenburg aufwärts bis zur Küste. 

 

Unterwegs durchfahre ich fast nur kleinere Dörfer, Namen wie Sorbolo, Villagio Artigiano oder Santa Vittoria dürfte niemandem bekannt sein. In Novellara lege ich eine Pause ein, die Temperatur klettert wieder über 30 Grad und ich bin froh ein schattiges Plätzchen unter einer Baumreihe zu finden. Auch hier gibt es wieder etwas historisches zu finden, die Burg La Rocca, erbaut um ca. 1380.

Teil IV. Die Lust am Weiterfahren ist überschaubar, da es bei der Hitze kein schützendes Dach über dem Kopf gibt und die Landschaft langweilig ist. Da ich aber nur noch rund 40 Kilometer zu fahren habe, kann ich die Zeit der Ankunft bereits gut abschätzen. Ab Novellara rechne ich auch nicht mehr mit spannenden Erlebnissen auf der restlichen Strecke. Wer kennt schon Campagnola Emilia oder Carpi? Es gibt immer wieder tolle Gebäude, die irgendwann einmal in der Vergangenheit mit viel Aufwand errichtet wurden. So ist der Dom Santa Maria Assunta in Carpi sicherlich ein Meisterwerk unter vielen tollen Kunstwerken.

 

Den Endspurt des heutigen Tages kann ich mit der letzten Flußüberquerung, dem Fiume Secchia, einleiten. Nonantola ist nicht mehr weit entfernt und in der Ferne kann man die Gebirgszüge des Apennin schon erahnen. Ich fahre wie in einer Meditation an den letzten Feldern vorbei und erreiche mein Ziel Nonantola. Endlich ist Schluß für heute und die Radtour kam mir wie ein Deja-Vu des Vortages vor. Die Landschaft in der Poebene ist einfach furchtbar eintönig (siehe auch das Video zwischen Nonantola und Bologna).

Tourenbilder 2:

 

mit dem Fahrrad nach Nonantola

 eine Landschaft wie in Norddeutschland

 

 

mit dem Fahrrad durch Emilia-Romagna

unendliche Weiten in der Region Emilia-Romagna

 

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