Mit dem Fahrrad von Konstanz nach Rom

Radfahren Rom - Etappe 1

Streckenprofil:

Länge:     160 km, 
Höhe:      30 Hm, 
Dauer:     9,5 h, 

Wetter:   ♦♦♦♦
Strecke: ♦♦♦
Level:    ♦♦♦♦♦

Highlights:

  • sehr schöne Radwege direkt am See entlang
  • Hafenbereich von Rorschach lädt zum Pausieren ein

Durch das Rheintal nach Thusis

Teil I. Der Startschuss fällt um 8:30 Uhr in Konstanz: bei besten Wetterbedingungen setze ich mich auf meinen alten Göppel und kurbele los. Das Ziel ist, irgendwie in Rom anzukommen. Was den alten Göppel betrifft, so handelt es sich um mein erstes Mountainbike, dass ich im zarten Alter von 22 Jahren erspart hatte und jetzt als treuer Begleiter bis zu meinem Ziel dabei sein wird. Täglich wird es meine Aufgabe sein, Kurbelarbeit in ungewohnter Menge und Anzahl zu leisten und wie ein Galeerensträfling im Rythmus meinen Job zu erledigen.

 

Die Strecke ist grob in 10 Tagesetappen unterteilt. Die Kartenplanung wurde so gestaltet, dass überwiegend Nebenstrecken ausgewählt und Höhenmeter bestmöglich reduziert wurden. Dank Hilfe digitaler Karten läßt sich eine Streckenplanung mittlerweile sehr gut optimieren und verkehrsreiche Strecken sehr gut reduzieren. Den Charme alter Papierkarten legt man für diesen Vorteil gerne zur Seite. Alle Touren wurden für das GPS schrittweise vorbereitet.

Teil II. Die Tour führt anfangs über Kreuzlingen, Aborn und Romanshorn immer am Bodensee entlang bis St. Margrethen. Dies ist die klassische Strecke der Bodenseerundfahrt, die auch offiziell ausgeschildert und im Sommer von Heerscharen an Touristen belagert wird. Stellenweise gibt es sehr schöne Streckenabschnitte, die direkt am Bodenseeufer entlang führen und bei großer Wärme Lust auf ein kleines Bad erwecken. Taucht man in die Städte und Ortschaften ein, wird es schnell verwinkelt und dem richtigen Weg weiterhin folgen zu können, erfordert der Weg öfter auch mal größere Aufmerksamkeit. 

 

In St. Margrethen dreht die Kompassnadel allmählich gen Süden, das heißt: ab ins Rheintal. Die schöne Abwechslung zwischen nettem Panoramablick über den See und der Durchfahrt der schmücken Ortschaften wandelt sich jetzt im Rheintal in eine Ausdauer fordernde Pflichtübung des monotonen Kurbelns in ein und dieselbe Himmelsrichtung, auch wenn die Umgebung mehr als reizvoll ist.

Tourenbilder 1:

 

im rheintal 2

Im Rheintal unterwegs

 

  

im rheintal

bei Sargans auf dem Radweg

 

Teil III. Der gesamte Weg am Rhein entlang ist flach wie eine Flunder und verläuft immer längs dem Flusslauf. Fährt man diese Strecke zum ersten Mal, ist es durchaus ein beeindruckendes Erlebnis, wenn ab St. Margrethen die Alpen stetig näherkommen und rechts und links des Weges stolz in die Höhe ragen. Überhaupt, wer in sicherer Entfernung dieser Berge wohnt, wird von der Mächtigkeit der Berge nicht unbeeindruckt bleiben.

 

Die Route führt immer entlang dem Schweizer Rheinradweg Nr.2, vorbei an Lustenau, Buchs, Chur bis Thusis (alles in der Schweiz). Wer die Strecke mit dem Auto schon einmal gefahren ist, wird nun das Gefühl haben, im Schneckentempo von einem Autobahnschild zum nächsten zu kommen. Die Kilometerangaben bis zum nächsten Ort sind zwar hilfreich, scheinen aber auch nicht richtig vorwärts zu kommen und sich in Richtung Null zu reduzieren. Erst vor dem Autobahnkreuz Sargans dreht sich die Richtung, wir fahren linksseitig an dem 1400 Meter hohen Gonzen vorbei.

Teil IV. Bei Landquart wird es kniffelig. Wer hier schon mal versucht hat, den richtigen Radweg nach Chur auf Anhieb zu finden, ist ein Held. Ein Wirrwarr an Radschildern zeigt überall hin, aber die richtige Unterquerung der Brücke und die Weiterführung Richtung Untervas-Trimmis zu finden ist ein bischen Glücksache.  Schließlich erreiche ich die Stadt Chur und auf der rechten Seite erhebt sich in beachtlicher Höhe das Kalandergebirge.

 

Mit knapp unter 3.000 m Höhe ist das ein ordentliches Massiv, wer kann da schon ahnen, das sich hinter dieser Mauer ein erstklassiger Mountainbikeweg versteckt, der über den Kunkelspass nach Tamins runter führt. Der ausgeschilderte Weg nach Thusis führt über Bonaduz und ab der Ortschaft Rothenbrunnen führt ein schöner, bewaldeter Schotterweg bis zum Ziel. Dank des kräftigen Rückenwindes im Rheintal ist mir diese Monsterstrecke gelungen, bei Gegenwind wäre vielleicht gerade einmal Buchs erreichbar gewesen.

Tourenbilder 2:

 

hinter thusis

 ab hier ist Schluss mit lustig

 

 

in der via mala

die Via Mala Richtung Splügen

 

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