2. Von Vinales nach Las Tumbas

die Hauptstraße in Vinales
Die Hauptstraße in Vinales

 

Das Zigarrenparadies Vinales

Wer Kuba bereist, sollte die Region um Vinales nicht außen vor lassen. Die Landschaft ist einfach wunderschön und die zahlreichen Felsenhügel, die aussehen, als ob jemand liebevoll die Kanten mit Schmirgelpapier abgerundet hat, geben dem Ganzen sozusagen den letzten Schliff.

Vinales ist vor allem für eins bekannt: hier kommen nebst der Dominikanischen Republik die besten Zigarren her. Der Besuch dieser Region ist ein absolutes Muss für Freunde des ordentlich Qualm bildenden Krautes. In Tabakläden, die es in fast jedem Ort gibt, kann man ganz offiziell Zigarren erwerben, ein Erwerb von Eigenkreationen ist manchmal auch möglich, wobei die Verarbeitung natürlich nicht dem originären Herstellungsprozess gleich sein wird und muss. Aber selbst eine individuell gedrehte Zigarre muss vom Geschmack her qualitativ nicht schlechter sein.

Ein paar Tage bleibe ich in dem gemütlichen und entspannten Ort Vinales. Besonders spannende Sachen gibt es hier nicht zu sehen, aber er strahlt eine kubanische Gemütlichkeit aus. Es verläuft eine kilometerlange Straße durch den Ort, rechts und links reihen sich Haus an Haus.

Hier eine Unterkunft zu den großen Festzeiten zu finden, wie zum Beispiel zu Weihnachten, kann selbst bei der großen Anzahl von casas particulares ein echtes Problem werden. Der Ort ist nämlich zeitweise überlaufen, insbesondere seitdem die Region zum UNESCO Kulturerbe erklärt wurde. Als Ausgangspunkt zu Erkundigungen in der Umgebung, wie zum Beispiel ein Fahrradausflug nach Puerto Esperanza oder Pinar del Rio, ist die Lage perfekt.

 

eine gute kubanische Zigarre
In Vinales gibt es gute Zigarren

Es geht nach Las Tumbas

Nach ein paar Tagen breche ich wieder auf. Mein Ziel ist es, bis nach Las Tumbas, an den im Westen liegenden Zipfel Kubas, zu fahren. Da ich vorher kein einziges Foto von dort gesehen habe, war die Spannung groß, was ich vorfinden werde. Es sollte zumindest ein kleines Hotel geben, wurde mir gesagt.

Von Vinales aus geht es weiter über Pinar del Rio, Santa Maria, El Cayuco bis La Bajada. Die Silhouette vieler Städte, an denen ich vorbei fahre, ist von älteren Plattenbauhäusern geprägt. Kuba ist nicht für seinen materiellen Reichtum bekannt, dafür hat aber jeder ein Dach über dem Kopf und Rechnen und Schreiben kann hier jeder. Die gute Allgemeinbildung der Menschen beeindruckt mich.

 

ein Gerät zum Wiederauffüllen von Feuerzeugen
Einwegfeuerzeuge werden wieder verwendet

 

Improvisation

Unterwegs treffe ich einen Mann, der am Straßenrand einen Stand aufgebaut hat. Neugierig fahre ich zu ihm hin und schaue mir genauer an, was er dort macht. Ich frage ihn nach der Apparatur, die vor ihm auf einem Tischchen steht und er erklärt mir, dass er Feuerzeuge wieder auffüllt. Auf einem selbstgebauten Ständer ist eine kleine Gasflasche befestigt, aus der mit ein paar Handkniffen das Gas in leere Einwegfeuerzeuge wieder eingefüllt wird. Tolle Erfindung. Bevor ich mich verabschiede sage ich ihm, dass mir die Erfindung gefällt und er freut sich.

Bevor es auf den letzten Abschnitt meiner unbekannten Strecke bis Las Tumbas weiter geht, übernachte ich in der Nähe von Maria la Gorda. Es ist schon früher Abend und ich möchte nicht in der Dunkelheit noch den Rest der Strecke fahren. Einige moderne Hotelanlagen haben in der Umgebung ihr Zuhause gefunden und ich übernachte in einem davon.

Am nächsten Morgen breche ich auf und fahre auf einer endlosen Straße, es sind harte sechzig Kilometer Arbeit. Der Weg scheint gut ausgebaut zu sein, anfänglich noch asphaltiert, wandelt er sich jetzt in eine wellige Buckelpiste aus Sand und Wurzelstücken, die wie krumme Finger auf dem Weg liegen. Der Sand ist nicht das eigentliche Problem, aber die dauerhaften Schwingungen bringen mein ganzes Rad, und vor allem das schwere Gepäck so stark ins Schaukeln, das ich Angst vor einem Rahmen- oder Gepäckträgerbruch habe. Es gibt nur eine Wahl: langsam fahren.

 

Menschen vor einer Hütte auf Kuba

es wird viel Handarbeit geleistet

Nach mehreren Stunden Fahrt und einigen Pausen erreiche ich endlich mein Ziel, ich bin am westlichsten Punkt auf Kuba angekommen. Ich treffe mein erhofftes Hotel an, bestehend aus einer Reihe kleiner, neu gebauter Holzhäuser. Ein separates Restaurant gibt es auch. Wenige Meter davon entfernt lächelt mich ein schöner Sandstrand und ein grünlich-blaues schimmerndes Meer an. Was ich heute noch machen werde, ist klar.

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