Alpencross Lago Maggiore: 5. der Lukmanierpass

der Lago Ritom

am Lago Ritom

 

 

Streckenprofil:

Länge:     72 km, 
Höhe:      1360 Hm, 
Dauer:     7:10 h, 

Wetter:  ♦♦
Strecke: ♦♦♦♦
Level:    ♦♦♦♦

Highlights:

  • Lukmanierpass auf Nebenstrecken
  • Landschaft beim Passo Dell' Uomo

Beschreibung der Tour von Elm nach Cumbel:

Teil I. Die ganze Nacht hat es in Olivone geschüttet und wir sind rechtzeitig auf den letzten Drücker im Hotel angekommen, bevor Petrus alle Schleusen geöffnet hat. Manchmal steht das Glück einem beiseite, denn es war aus dem geschützten Zimmer schön mit anzusehen, wie der Himmel alles herab gelassen hat. Am Morgen des nächsten Tages lag eine dunstige und neblige Stimmung über den Ort und der Umgebung.

 

Mittlerweile ist ein Großteil des gesamten Alpencross vom Bodensee zum Lago Maggiore geschafft und wir sind auch etwas stolz darauf, dass unsere Planung bisher gut funktionierte. Zugegebenermaßen ist es aber auch richtig, dass so eine Gewaltetappe, wie über den Pass Diesrut, bei vorheriger Kenntnis ausgeschlossen wäre. Der Panixerpass könnte ausnahmweise eine Sondergenehmigung bekommen, aber der Diesrut war eine knüppelharte Erfahrung.

Teil II. Wir stehen wie gewohnt auf und sind heute etwas träge. Vielleicht war es die Kombination des anstrengenden Tages und der  gute Schlaf, dass wir noch vor Müdigkeit leicht trunken zum Frühstück gehen. Am Tisch schafft jemand es dann auch, den Inhalt der vollen Kaffeetasse einem Wolkenbruch gleich über den Tisch zu verteilen. Wir ahnen, dass dieser Tag mit besonderer Obacht begonnen werden muss.

 

Olivone ist ein verschlafen wirkender Ort, vielleicht liegt das aber auch an der bleiernden Stimmung in uns und an dem Wetter. Die Sonne hat jedenfalls nicht vor, sich uns zu zeigen. Unsere üblichen Vorkehrungen zur Geld- und Nahrungsmittelbeschaffung für die Mittagspause erledigen wir noch in Olivone. Niemand spricht hier noch Schweizerdeutsch, das Italienische hat hier die Oberhand gewonnen. Schon interessant, wie ein Berg mit einem hohen Pass eine sprachliche und kulturelle Spaltung verursachen kann.

Tourenbilder 1:

 

 
Edi kauft Mittag ein in Olivone

die morgendlichen Hamsterkäufe

 

 

 
alte Passstraße zum Lukmanierpass

auf Nebenstrecken zum Lukmanierpass

 

Teil III. Unsere MTBs haben heute die Aufgabe, uns über den Lukmanierpass mit seinen 1.900 Höhenmetern zu bringen. Das sind zwar auch wieder gute tausend Höhenmeter von Olivone aus, aber diesmal fahren wir die Strecke auf Asphaltstraßen, ein gewaltiger Unterschied zu den Schiebepassagen im bergigen Gelände. Von Olivone aus erklimmen wir in langgezogenen Serpentinen die ersten Höhenmeter.

 

Die Straßen sind noch nass, aber es scheint heute trocken zu bleiben. Meter für Meter wird auf der Straße Höhenarbeit verrichtet, der Autoverkehr ist dankbarer weise noch sehr ruhig. Nach rund zehn Kilometern teilt sich die Straße: für die Autosgeht es auf der gut ausgebauten Hauptstraße weiter und eine altertümliche, mit leicht rissigem Bodenbelag versehene Straße gibt uns per Schilderdekret die Freigabe, hier fahren zu dürfen.

Teil IV. Es vergeht einige Zeit, bis wir die schöne, alte Straße wieder verlassen und auf den Hauptweg wieder zurückkehren. Aber auch hier hat sich zwischenzeitlich nicht viel getan und es scheint heute ein verkehrsruhiger Tag zu werden. Den Lukmanierpass erreichen wir gegen Mittag und stimmen überein, dass der Pass eine gute Gelegenheit zur Mittagspause bietet.

 

An einer nahe am Pass gelegenen Kapelle finden wir einen geeigneten Platz, um uns vor dem jetzt einsetzendem Nieselwetter zu schützen. Wir breiten unsere Sachen aus und unsere 1,5-Liter-Cola-Flasche, die ein alltägliches Muss auf den Etappen ist, wird zischend wie eine Sauerstoffflasche geöffnet. Leider passiert mir das Ungeschick, die Flasche nach dem Abstellen auf dem Boden mit einem ungezieltem Fußtritt umzuhauen. Durch den schlecht verriegelten Deckel spritzt der braune Inhalt wie aus einer Sprenkleranlage um uns herum. Das war eine echte Sauerei...

Tourenbilder 2:

 

 
am Lukmanierpass angekommen

der Lukmanierpass ist erreicht

 

 

 
Schneefelder mit dem MTB

Schneereste am Passo dell' Uomo

 

Teil V. Vom Lukmanierpass aus geht es in Richtung Passo dell' Uomo quer durch das Gelände. Mit rund 2.200 Meter Höhe ist das der höchste Punkt, den wir überschreiten werden. Am Lago di Santa Maria entlang können wir noch ein kleines Stück auf unseren MTBs radeln, aber dann wird der steinige Untergrund steiler und wir schieben unsere Mountainbikes die langgezogene Wanderstrecke bis zum Passo dell' Uomo.

 

Die Wegführung ist bestens ausgebaut. Selbst wenn wir hier nicht fahren können, gibt es keine verblockten Trails und wir kommen gut und kräfteschonend voran. Schade nur, dass wir bei dem Nieselwetter, das jetzt immer stärker wird, zunehmends schlechtere Sicht haben und von der Umgebung nicht mehr viel mitbekommen. Landschaftlich ist es sehr schön: den Murinascia Grande in Reichweite und mit seinem reißenden Flusslauf vor Augen und in den Ohren, fühlen wir uns in dieser Gegend wohl.

Teil VI. Wir erreichen den Lago Ritom, ein gewaltiger Stausee, der hier gebaut wurde. Die Umrundung des Lago nimmt einiges an Zeit in Anspruch und wir freuen uns über die schöne Landschaftskulisse, die sich beim Fahren am See entlang bietet. Am Fuße des Sees beginnt dann die Abfahrt hinunter in den kleinen Ort Quinto, der am Fluss Ticino liegt und Namensgeber für den gesamten Kanton ist. 

 

Ab Quinto radeln wir mit den Mountainbikes auf der autoreichen Hauptstraße bis Airolo. Die Stille und Ruhe in der Hochebene des Lago Ritom brachte uns durch eine wenige Minuten dauernde Abfahrt in die Zivilisation wieder zurück. Diese Hauptstraße ist eine der Lebensadern in dieser Tallage. Airolo erreichen wir relativ flott, ist die Strecke ab Quinto gerade einmal zehn Kilometer zu fahren. Die Stadt hat ein angenehmes italienisches Flair mit einer historisch anmutenden Innenstadt. Wir haben Glück: das Wetter verbessert sich zum Abend und wir können einen schönen Spaziergang durch die Stadt unternehmen und gönnen uns eine leckere Pizza. Morgen ist der letzte Tag. 

Tourenbilder 3:

 

 
auf dem Passo dell' Uomo

 endlich wieder fahrbare Trails

 

 

 
MTB-Tour am Lago Ritom entlang

am Lago Ritom angekommen

 

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