Start des Transalp Lago Maggiore

 

Kühe beim Säntis

von der Schwägalp beim Säntis zum Risipass

 

Streckenprofil:

Länge:     78 km
Höhe:      1150 Hm
Dauer:     7:40 h 

Wetter:  ♦♦♦
Strecke: ♦♦♦
Level:    ♦♦♦♦

Highlights:

  • anstatt Bodensee-Radweg durchs Landesinnere der Schweiz
  • König des Alpsteins: der Säntis
  • Abfahrt vom Risipass

Abseits des Bodensee-Radweg zum Säntis

Teil I. Zwei Alpencross Bodensee-Touren mit unseren Mountainbikes über die Alpen sind uns gelungen, auch wenn die zweite Tour nicht zum endgültigen Ziel führte. Das macht gar nichts, denn es ist uns mittlerweile bewußt geworden, dass das geplante Reiseziel nur der Aufhänger für eine Auszeit vom Alltag und somit eine Woche Glück, Abenteuer und die Meisterung unerwarteter Situationen im Team für uns bedeuten. Wir fahren wieder los.

War der Ratgeber für unsere ersten beiden Touren einem Buch entnommen, so zündete ein kleiner Funken Übermut die Idee, einen Alpencross vom Bodensee zum Lago Maggiore selber zu planen und durchzuführen. Sind uns die Regionen um den Bodensee herum noch halbwegs vertraut, so erfordert die Streckenplanung in den weiter entfernten Gebieten eine gute Internetrecherche und ein bisschen Gottvertrauen, dass Alles gut gehen wird.

Teil II. Geplant wurde die MTB-Strecke mit Lineal und Karte, Luftlinie vom Start- zum Zielpunkt und dann wurden die zu überwindenden Pässe einer Recherche der Passierbarkeit unterworfen. So raffinierte sich letztendlich in Kleinstarbeit das Destillat dieser Strecke heraus. Das Ergebnis war für den ersten Wurf eine gut gelungene Mischung interessanter Wege und Straßen, Überraschungen gab es dennoch einige auf dieser Tour.

 

Der Startschuß fiel gemäß dem Protokoll um neun Uhr morgens an der Hafenhalle in Konstanz, Streckenziel war heute das Säntisgebiet. Diesmal führt die Anfahrt zu den Bergen durchs Landesinnere der Schweiz und nicht wie sonst auf dem Bodensee-Radwegg, vorbei an Berg, Kradolf, Gossau, Herisau und dann über Urnäsch zum Säntis. Wir haben uns für die klassische Straßenroute entschieden, da wir in sechs Tagen unser Ziel erreicht haben wollen und den ersten Tag möglichst viele Kilometer bis zu den Bergen schaffen möchten. Der Alpencross Bodensee zum Lagp Maggiore kann beginnen!

 

 
der Alpencross Bodensee kann beginnen

Startbereit zum Alpencross Bodensee - Lago Maggiore

 

 

 
Stephans Mountainbike wird zerlegt

dem Gekreische wird ein Ende gesetzt

 

Über Kradolf nach Gossau mit einer Reparatur

Teil III. Es dauert nicht lange, da wird vor Kradolf gleich das erste Mountainbike zerlegt. Genauer gesagt, werden Stephans nagelneue Vorderrad-Bremsen einer Sonderbehandlung unterzogen: die Teile wurden gestern frisch vor der Tour eingebaut und geben nun Pfeifgeräusche von sich, als stände man auf einem gut besuchten Hundedressierplatz.

Der schrille und bis in die tiefsten Gehörwindungen eindringende Ton hat unseren Kollegen räumlich bereits von uns schon isoliert, wir fahren seit geraumer Zeit auf Abstand, aber jetzt nervt ihn dieses Geräusch zum Glück schon selber. Nach Edis Ventilmorde der letzten Reise sind wir drei nun gut geübt und teilen die Zerlege- und Reinigungsarbeiten unter uns wortlos auf. Dem Pfeifen wird ein Ende gesetzt, denken wir zumindest. Zumindest bemühen wir uns, unser bestmögliches mechanisches Können einzusetzen. Unser Alpencross vom Bodensee zum Lago beginnt schon mal ganz gut!

Teil IV. Es geht weiter und auf der Straße legen wir schnell an Kilometern zu. Die Strecke ist nur leicht hügelig, erst ab Urnäsch geht es dann stetig bergauf. Das Wetter zeigt sich nicht von seiner besten Seite, es ist stark bewölkt, aber es fällt weder ein Tropfen, noch ist es kalt. Zu beklagen gibt es also heute nichts und wir freuen uns über unsere Tour.

 

Vor Gossau meldet sich der kleine Hunger und wir beschließen hier unsere Mittagspause einzulegen. Ein Buswartehäuschen winkt uns mit einer guten Sitzgelegenheit heran und so hat es für uns drei eine erstklassige Sitzgelegenheit. Das Schöne an den Mittagspausen finde ich immer sind 1. das leichte Knurren im Magen wird ruckzuck befriedet, 2. bei großer Hitze oder steilen Auffahrten gibt es endlich eine Auszeit von der Qual und 3. der Tag ist schon halb erarbeitet.

 

 
diesmal nicht auf dem Bodensee-Radweg unterwegs

Mittagspause im Buswartehaus

 

 

 
der Alpencross Bodensee führt auf den Säntis

der MTB-Weg zum Säntis

 

Über den Risipass nach Stein

Teil V. Die Mittagspause ist beendet und wir nähern uns Urnäsch. Ab hier führt der Weg Richtung Säntis zur Schwägalp hinauf und es geht merklich in die Höhe. Bevor wir die offizielle Serpentinenstraße hoch zur Schwebebahn erreichen, verlassen wir die Straße und biegen links ab in eine ausgeschilderte Mountainbikestrecke, die in einem großen Bogen gen Osten zur Schwägalp beim Säntis herauf führt. 

 

Die MTB-Strecke ist richtig gut und stellenweise stehe ich auf der Pedale, so steil ist es hier. Wir sind aber fernab des zeitweise kräftigen Autoverkehrs und radeln in toller Landschaft in Richtung Berge. Eigentlich war unser Tagesziel heute das Gast- und Übernachtungshaus an der Schwägalp beim Säntis, aber wir sind zeitlich so gut voran gekommen, dass wir beschließen weiter zu fahren. Unser Alpencross aus zeigt nun die ersten Herausforderungen, wir sind beim König des Alpsteins mit rund 2.500 Höhenmeter, dem Säntis, angekommen.

Teil VI. Wir bauen die Überquerung des Risipasses für heute mit ein und fahren noch recht lange auf einer geteerten Straße am Säntis entlang. Die Gegend ist landschaftlich sehr schön, man hat einen prächtigen Blick auf die steil aufragenden Flanken des Säntisgebirges. Mit gut 2.500 Meter Höhe ist er der Platzhirsch der Alpenkette in der Umgebung hier. Nach einer Weile endet der Teerweg und jetzt heißt es Schieben.

 

Der Risipass kostet uns doch einiges mehr an Zeit als gedacht, aber irgendwann erreichen wir den Pass und blicken auf die uns gegenüberliegende Bergkette mit den Churfirsten, hinter uns liegt der Säntis als Erinnerung zurück. Die Sonne läßt sich zum Abend noch einmal blicken und so radeln wir mit unseren MTBs die Abfahrt vom Pass bis zur Ortschaft Stein hinunter. Das ist die beste Gelegenheit eine Pension oder Hotel zu suchen und bei unserem Glück werden wir schnell fündig. Der Abend kann beginnen und unser Alpencross läßt den Bodensee endgültig vergessen lassen. Wir sind in den Bergen angekommen.

 

 
Edi auf dem Risipass, der Alpencross Bodensee nimmt Fahrt auf

der Risipass ist bestiegen

 

 

 
unsere Bleibe in Stein

kompakt und günstig - Unterkunft in Stein

 

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