Alpencross Bodensee – Team, Material, Fitness

Unsere erste Alpencross-Tour sind wir nach bestem Wissen gefahren und hatten Glück, dass alles gut geklappt hat. Natürlich haben wir vorher uns ein wenig schlau gemacht, was denn grundlegend bei einer Alpentour benötigt wird. Hier also ein Überblick, was für eine Tour über die Berge wichtig ist:

 

Voraussetzungen für eine Alpenüberquerung

 

Körperliche Fitness

Ein Alpencross fordert den Körper an Ausdauer und Kondition weit über das tägliche Bürostuhlschieben hinaus. Daher ist es notwendig, ein gewisses Maß an Ausdauer und Fitness aufzubauen, um bei einer Alpenüberquerung nicht nur mit sich selbst zu kämpfen, sondern mit einem gesunden Maß an Training den Körper so vorzubereiten, dass die Tour letztendlich einfach Spaß macht und keine Selbstgeißelung wird. Wieviel Training erforderlich ist, das hängt natürlich davon ab, welche Messlatte an die sportliche Herausforderung gesetzt wird. 

Schließlich macht es einen Unterschied, ob ich für jeden Tag die Etappenlänge auf 1.000 Höhenmeter und 50 Kilometer plane oder ob das Doppelte oder Dreifache davon geleistet werden soll. Entsprechend aufwändig wird dann die Trainingsleistung, die für die gesteckten Ziele erbracht werden muss.

Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass wir mit jedem vorangeschrittenem Lebensalter bequemer geworden sind. Die Abenteuerlust ist nach wie vor da, keine Frage. Es hat im Laufe der Jahre aber bei uns immer mehr der Trend ergeben, Abenteuerlust weniger mittels harter körperlicher Arbeit auszuüben, sondern Abenteuer stärker auf die geistige Vorstellung zu verlagern und ein schönes SPA-Hotel zum Beispiel in Ischgl oder Sankt Anton (beide preislich im Sommer bestens zu empfehlen!) mit einzubeziehen.

 

im Schneefeld in den Bergen mit dem Mountainbike

Am Lago del Narret

 

Das heißt aber nicht:

Eine Trainingsvorbereitung auf dem MTB ist nicht mehr notwendig, denn einen Alpencross schafft man schon irgendwie.

Sondern:

Auch wenn man älter wird und die Knochen nicht mehr so richtig Lust haben, jeden Tag 2.000 Höhenmeter oder mehr abzuspulen, kann man die Etappen reduzieren oder gemächlichere Strecken wählen. Dennoch ist ein gewisses Ausdauertraining erforderlich, um:

 

  • einfach Spaß an der Tour zu haben. Geht die Puste an der ersten Steigung bereits flöten, dann macht das Biken keinen Spaß mehr und der Alpencross ist nur noch Streß.
     
  • wer schlecht trainiert oder vorbereitet ist, kann vor allem bei Hitze ernst zu nehmende Kreislaufprobleme bekommen.
  • wer fit ist, kann sich besser und länger konzentrieren, um Unfälle zu vermeiden. Gerade in den Bergen sind häufig verblockte Wanderwege mit dem Mountainbike zu überwinden. 

 

In Bücherläden oder im Internet sind zu dem Thema eine Unzahl an Tipps und Trainingsvorschläge zu finden. 

 

Material

Mit Material ist vor allem das Mountainbike gemeint und es ist keine Frage, dass es sich dabei um ein bergtaugliches Rad handeln muss. Wer von einem Bergpass eine Abfahrt von 1.000 Höhenmetern vor sich hat, vielleicht noch mit einem  20%-gen Gefälle als Garnierung, der lernt erstmalig das Gefühl um das Vertrauen  zu seinen Bremsen bestens kennen. 

Mountainbiken in der Ebene oder einem leicht hügeligem Gebiet ist Kindergeburtstag gegenüber einer alpinen Abfahrt. Das Bike gewinnt bei einer Abfahrt so schnell an Fahrt, dass die Kontrolle über das Lenken und Bremsen des MTBs der entscheidende Faktor zum gesunden Abfahren des Berges wird. Dafür ist einfach nun mal gutes Material erforderlich und das kostet natürlich auch etwas mehr Geld als das Schnäppchenangebot aus dem Baumarkt.

Wer sich nicht sicher ist, ob sein treues Gefährt für den Einsatz in der alpinen Wildnis überlebensfähig ist, sollte vor einer Tour sich besser beraten lassen.

 

Das Team und die eigene Persönlichkeit

Ein Alpencross ist geistig schnell erträumt und läßt sich gut vorbereiten. Vorbereiten sollte sich ein Team aber auch über die eigenen Vorstellungen, wie der Ablauf  aussehen soll und was einem selber wichtig ist (oder auch nicht). Dazu gehört nicht nur die vorherige Absprache über Start und Ende der Tour, vielmehr und genauso wichtig ist die vorherige Klärung, welche Erwartungen jeder einzelne an die Tour stellt.

 

Unser Motto ist zum Beispiel:

 

  • eine Woche auf dem MTB Spaß haben
  • neue Umgebungen kennen lernen
  • Abends gut essen und trinken
  • nicht die Leistung auf dem Rad zählt, sondern das Urlaubserlebnis 

 

Die banalsten Dinge können sich im nach hinein als Pulverfass zeigen, wenn gewisse Haltungen nicht vorhanden sind. Das fängt bei der morgendlichen Aufstehzeit an, die Dauer des Frühstücks, die Startzeit der Tagesetappe, und so weiter. Wir haben diese Punkte alle vorher (naja, die meisten...) besprochen und sind uns einig über das, was wir in einer Woche zusammen erleben wollen. Bis jetzt hat es die letzten neun Jahre bestens geklappt!


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