5. Zurück nach Bad Ragaz

Rückfahrt über Thusis nach Bad Ragaz

 

Morgenstimmung in den Schweizer Bergen

Morgenstimmung in Avers-Juf

 

 

Technische Daten:

Länge:     91 km
Höhe:      1280 Hm
Dauer:     7:50 h 

Wetter:  ♦♦
Strecke: ♦♦♦♦
Level:    ♦♦♦♦

Highlights:

  • Besserung ist in Sicht für heute
  • wir freuen uns auf schönes Wetter in Bad Ragaz

Beschreibung der Tour von Avers-Juf nach Bad Ragaz:

Teil I. Die Wettervorhersage für die kommenden Tage werfen nicht nur Licht und Schatten auf den weiteren Verlauf unseres Vorhabens, sondern führen zur kompletten Umgestaltung der weiteren Tour. Sind wir bislang bei trockenem bis sonnigem Wetter unterwegs gewesen, hat uns der gestrige Tag gezeigt, das ein Wetterwechsel atmosphärisch nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf das Gemüt dreier Mountainbiker Auswirkungen hat.

 

Gestern Abend trafen wir die Entscheidung, die Weiterfahrt zum Comer See abzubrechen und statt dessen auf einer anderen Route zurück an den Bodensee zu fahren. Die Vorhersage für die südlichen Alpen und die oberitalienischen Seen war vernichtend, mit Überschwemmungen und sturmartigen Böen ist für die nächsten vier Tage gen Süden zu rechnen, nördlich der Alpen bleibt das Wetter stabiler.

Teil II. Natürlich hätte es uns gereizt, eine Weiterfahrt zu riskieren, wenn es überschaubar schlechtes Wetter gegeben hätte. Ein Blick nach draußen zeigt uns trübes Wetter an, das sich im Laufe des Tages wieder zu einem Heulanfall steigern wird. Wir ziehen alle Kleidungsstücke an, die unsere Rucksäcke hergeben, auch die Thermoschützer für die Radschuhe freuen sich, endlich einen Einsatz in ihrem bislang tristem Dasein zu bekommen.

 

Wir starten bei gefühlt fünf Grad Außentemperatur und radeln langsam von Avers-Juf zurück in die Richtung, aus der wir kamen. Es ist kein schönes Reisegefühl, aber die Vernunft siegt über die Enttäuschung und aus der Hoffnungsecke irgendwo im Inneren melden sich zaghaft positive Überlegungen, dass die Rückfahrt uns wieder schönes Wetter und spannende MTB-Strecken bereithält.

Tourenbilder 1:

 

 
gute Laune sieht anders aus

eine Hitzewelle sieht anders aus

 

 

 
Aufbruch und Rückfahrt nach Thusis

wir bereiten den Rückzug vor

 

Teil III. Die Mountainbikes rollen im gewohnten Rythmus los und die nächste Stunde brauchen wir uns keine Gedanken über anstrengende Anstiege oder pfeiffendem Gegenwind zu machen, der uns am Vorwärtskommen mit Freude hindert. Im Gegenteil, es geht jetzt nur noch bergab und wir fühlen uns, als ob eine unsichtbare Hand im Rücken uns permanente Anschubhilfe gibt, doch das liegt am beständigen Gefälle bis Andeer. Wir können also heute etwas entspannen.

 

Bis zur Gabelung des Rheins bei Campsut-Cröt können wir beeindruckende Sichten auf den schluchtartigen Verlauf des Averser Rheins bestaunen. Mehrere zig-Meter tief fällt die Landschaft neben der Straße steil bergab und gibt den Blick auf die Schlucht frei, vor allem bei der Gabelung, wo eine Brücke quert, lohnt sich ein kurzer Halt, um die Natur in Ruhe aufnehmen zu können.

Teil IV. In Serpentinen geht es schnell wieder bergab und wir verlieren kontinuierlich an Höhenmetern. Wir fahren die endlos wirkende Strecke über Ausserferrera und treffen auf die wieder in Erinnerung gebliebenen Orte Andeer, Zillis und die uns wieder begrüßende Via Mala. Die Temperaturen haben sich fühlbar vom einstelligen in den zweistelligen Bereich erhöht und wir spüren auch, dass das Wetter hier auf 800 Höhenmetern wieder anders tickt.

 

In Thusis ist es dann soweit: auf einer Anzeige sehen wir, dass die Wärme zurück gekehrt ist und bei rund 22 Grad Temperatur entblättern wir unsere Zwiebelschichten von Thermo- und sonstwas für Kleidungsstücken, die uns vor der Kälte und Feuchtigkeit warm gehalten haben. Jetzt wird wieder auf Sommerkleidung umgestellt und wir kombinieren die Entblätteraktion mit einer Vesperpause.

Tourenbilder 2:

 

 
drei Mountainbiker am Kunkelspass

der Kunkelspass hat uns wieder

 

 

 
Das MTB und Kleidung bekommt Hitze

kein Regen, keine Kälte mehr

 

Teil V. Ab Thusis geht es wieder ein ganzes Stück am Rhein entlang, eingekeilt zwischen dem gurgelndem Flusslauf und der parallel führenden Autobahn, die uns mit dem Walkgeräusch der vorbeifahrenden Autos eine weitere Geräuschkulisse bietet. Ab Tamins ist es dann wieder soweit und wir erklimmen unseren neu kennen gelernten Kunkelspass, diesmal aber geht es mit der monstermäßigen Steigung aus umgekehrter Richtung den Pass hinauf. 

 

Auf die Fahrt über den Pass freuen wir uns, denn wie schon auf der Hinfahrt beschrieben, ist der Kunkelspass trotz der Steilheit nicht so mühsam zu fahren, wie andere hochgelegene Pässe mit unendlichen Serpentinen das einfordern. Landschaftlich ist die Strecke einfach ein echtes Highlight. Wir genießen also die tolle Umgebung mit dem Calanda-Gebirge und dem Stausee vor Pfäfers. Das Wetter spielt heute großartig im Vergleich zu den letzten beiden Tagen mit.

Teil VI. Mit der Abfahrt von über 2000 Höhenmetern haben wir eine gute Strecke bis zum Kunkelspass geschafft und die gesamte Etappe berappt sich auf gute neunzig Kilometer. Wir wählen hinter dem Stausee eine alternative Streckenvariante, die über höhergelegene Orte wie beispielsweise durch Valens entlangführt. Das stetige auf und ab kostet zwar gute Kraft, aber dafür belohnt die Strecke mit toller Sicht auf die umgebenden Hügelketten und Dörfer.

 

Bad Ragaz erreichen wir am frühen Abend und so haben wir ausreichend Zeit uns eine preiswerte Unterkunft zu suchen, da der Ort doch viele Touristen anzieht. Wir haben Glück und finden eine gute Bleibe und verbringen den Abend in der Stadt. Ein Besuch im Denner ermöglicht uns die Beschaffung eines Schlummertrunkes und Naschzeug für den Abschluß des langen Tages. Vielleicht haben wir ja Morgen wieder Glück mit dem Wetter und eine weitere schöne Etappe?

Tourenbilder 3:

 

 
Auslage bei einem Frisör

Frisörgeschäft mit historischer Auslage

 

 

 
Abendstimmung in Bad Ragaz

Abends in Bad Ragaz