7. Zurück an den Bodensee

Impressionen vom Walensee:

 

der Walensee mit dem MTB

Blick auf den Walensee

 

 

Technische Daten:

Länge:     119 km
Höhe:      1680 Hm
Dauer:     8:10 h 

Wetter:  ♦♦
Strecke: ♦♦♦
Level:    ♦♦♦♦♦

Highlights:

  • es geht zurück an den Bodensee von Walenstadt in der Schweiz
  • für Stephan: Herausforderung Vordere Höhi und Risipass an einem Tag
  • für Edi und mich: gemütliche Zugfahrt

Beschreibung der Tour von Walenstadt zum Bodensee:

Teil I. Bevor wir uns am Vorabend noch dem gemütlichen Teil des Abends zugewandt haben, ist Edi mit seinem MTB noch in ein Fahrradgeschäft in Walenstadt gefahren, um Rat von einem Einheimischen einzuholen. Vielleicht ist das Problem der sterbenden Ventile in den Bergregionen ja bekannt und zumindest können wir uns Rat einholen, was wir denn tun können, um das Thema endgültig zu beseitigen.

 

Es wurde das Urteil gefällt, dass mit einem Mountainbike ohne Scheibenbremsen die Gefahr der Überhitzung der Felgen bei kontinuierlicher Abfahrt aus großer Passhöhe besteht. Und wenn der Mantel noch durch die Hitze beim Abbremsen zum Rutschen neigt, kann der Schlauch gleich mit wandern und dann ist das weitere Geschehen mit dem Abriß des Ventils denkbar. Nun, denkbar wäre eine andere Schlauch-Felgen-Kombination oder ein neues MTB mit Scheibenbremsen.

Teil II. Beim Frühstück sinnieren wir noch etwas über das Thema und kommen zu der Erkenntnis, dass wir für die nächste Tour eine Lösung dringend benötigen. Heute wird es nicht mehr von großer Bedeutung sein, denn unsere Rückfahrt zum Bodensee nach Konstanz steht an. Allerdings nicht für alle in gleicher Form. Edi und ich entscheiden uns noch ein Stück zu radeln und dann optional mit dem Zug die Reststrecke zu fahren.

 

Stephan wählt die gnadenlose Variante und plant über Amden und die Vorder Höhi über Stein, Schwägalp, Herisau zurück zu fahren. Die Strecke ist kein Kindergeburtstag und schon gar nicht bei dem wolkenschwangeren Himmel, der jederzeit einen ungeplanten Regenguß von sich geben kann. Allein der Aufstieg vom Weesen am Walensee bis zur Voderen Höhi sind bald gute tausend Höhenmeter und dann ist noch die Monsterstrecke über den Risipass bis zum Bodensee zu bewältigen.

Tourenbilder 1:

 

 
unsere Pension in Waltenstadt

Morgens in Walenstadt

 

 

 
Tradition im Gasthaus

hier zeigt man Tradition

 

Teil III. Wir bezahlen und holen die Mountainbikes aus der Garage der Pension. Der erste Weg führt wie immer zu einem Supermarkt, um die notwendige Lebensmittelration für die Mittagspause einzukaufen. Wir fahren auf einem gut ausgebauten Fahrradweg immer am Walensee entlang mit einer schönen Aussicht auf die Bergkette mit den Churfirsten.

 

Der Walensee erstreckt sich auf eine Länge von gut 15 Kilometern und somit sind wir eine Weile mit der halben Umrundung des Sees bis Weesen beschäftigt. Stellenweise führt der Weg durch eine Untertunnelung, die nur dürftig beleuchtet ist. Wer hier kein Licht dabei hat, muss eine gute Reaktion und Nerven haben, wenn sportliche Radler entgegen kommen. Bei Weesen wird es ernst, Edi und ich fahren weiter Richtung Herisau und Stephan beginnt die Tour de Höhi.

Teil IV. Wir verabschieden uns und dann geht's los. Über uns zieht sich der Himmel immer mehr zusammen, als wäre er mit unserer Entscheidung nicht einverstanden, aber es bleibt trocken. Edi und ich fahren eine ganze Weile auf abseits gelegenen Radwegen weiter. Wir haben entschieden, erstmal bis Wattwil zu fahren um dann zu schauen, wie die Lust auf Weiterfahren ist.  

 

Ab Uznach geht es dann langsam mit etwas Steigung los. Da der Rickenpass mit achthundert Höhenmetern nicht ein unüberwindbares Hindernis darstellt, kommen wir recht schnell voran. Der Name des Passes ist vom gleichnamigen Ort abgeleitet, den wir auch durchfahren. Ohne Kenntnis der Umgebung und ohne vorgeplante Route, wählen wir die sichere Variante auf der Straße, um heute noch am Bodensee anzukommen. 

Tourenbilder 2:

 

 
Vodere Höhi in der Schweiz

 die Churfirsten im Wolkenband

 

 

 
Edi vor dem Bahnhof in Wattwil

wir haben die Fahrkarten besorgt

 

Teil V. Die Autostraße bis zum Rickenpass ist für Radfahrer und Mountainbiker kein Highlight, da die Straße sehr befahren ist, einen gemütlichen Radweg gibt es hier nicht. Allerdings ändert sich das schlagartig, als wir Ricken verlassen und auf einen Fahrradweg abseits der Straße durchs Grüne geleitet werden. Der Weg ist bestens ausgebaut und führt uns bis Wattwil fast nur durch die Landschaft immer schön auf und ab.

 

In Wattwil angekommen legen wir unsere Mittagspause ein und überlegen, wie wir weiter machen wollen. Sind wir bis jetzt gut voran gekommen, verdüstert sich der Himmel nun endgültig und es wird nicht mehr lange dauern, bis es regnen wird. Mit der Aussicht, unseren gut gefüllten Bauch in einem bequemen Zugsessel an den Bodensee zu bringen, fällt uns die Entscheidung nicht schwer. Wir fahren zum Bahnhof und kaufen uns vier Tickets, zwei für Edi und mich und zwei für unsere  MTBs.

Teil VI. Die Entscheidung war weise, denn kaum sitzen wir in Wattwil im Zug, fängt es auch schon an zu regnen. Entspannt schauen wir während der Fahrt aus dem Fenster und begutachten die vorbei rauschende Umgebung: ob Stephan auf der langen Strecke wenigstens trocken bleibt? Wir wünschen ihm auf jeden Fall einen guten Abschluß unserer Alpencross-Tour und das er heil überkommt. 

 

Aber wir haben auch nicht All-Inclusive gebucht: in Weinfelden steigen Edi und ich wieder aus und meistern die letzten zwanzig Kilometer wieder selber. Der Ottoberg soll unser symbolischer Abschluß mit den Bergen werden und so erklimmen wir das letzte Mal auf unserer Reise den Berg. Wir können Konstanz von oben erkennen und radeln die letzten Kilometer bis zur Grenze. Jetzt wissen wir, dass unsere zweite Alpencross-Tour zuende ist und wir eine tolle Woche mit schönen Erlebnissen hatten. Stephan ist auch heil wieder übergekommen, um 15 Uhr piepste eine kurze Nachricht auf meinem Telefon.

Tourenbilder 3:

 

 
die MTB-Tour ist anstregend

die Rückfahrt über den Säntis ist hart

 

 

 
unsere Mountainbikes im Zug

alternatives und umweltfreundliches Reisen