Transalp Comer See: 1. Auf nach Nenzing

Werbeschild in Nenzing

Ankunft in Nenzing

 

 

Streckenprofil:

Länge:     102 km, 
Höhe:      80 Hm, 
Dauer:     7:30 h, 

Wetter:  ♦♦♦♦♦
Strecke: ♦♦♦♦ 
Level:    ♦♦♦♦♦

Highlights:

  • es geht flach durchs Rheintal
  • Spaziergang in Nenzing

Von Konstanz nach Nenzing

Teil I. Es geht wieder los. Die erste Alpenüberquerung im Jahr zuvor war ein einmaliges Erlebnis und wir hatten nicht gedacht, dass wir es überhaupt schaffen würden, über einen Berg zu kommen und auch noch soviel Spaß bei der Tour zu haben. Im Nachhinein sind aller Mühsal und körperlich erlittene Pein vergessen. Ja, die Verdrängung der Vergangenheit leistet ganze Arbeit und tut so, als hätte es sie nie gegeben. Das ist durchaus die beste Voraussetzung, das Erlebnis erneut zu wagen.

 

Galt die erste Alpentour noch dem übergeordnetem Ziel, etwas Neues auszuprobieren, so wird der zweite Anlauf unserer Tour bereits mit gründlicher Expertise vorbereitet. Es gilt, die Erfahrungen der ersten MTB-Tour in der Planung für eine neue Route einfließen zu lassen und einen neuen herausfordernden Streckenverlauf zu entwerfen. 

Teil II. Wie vieles im Leben entfaltet sich die wahre Erfüllung eines Vorhabens in der Verknüpfung einer Aktion mit einem Ziel. War es in der ersten Mountainbiketour der Gardasee, so lag es für uns nahe, die zweite Reise erneut mit einem See als Reiseziel zu verknüpfen. Ein Blick auf die Karte läßt schnell erkennen, dass von Konstanz aus noch einige Seen in Oberitalien dafür in Frage kommen. Wir entscheiden uns auf dieser Tour zum Comer See zu radeln. 

 

Die Investition in den Mountainbike-Reiseführer hat sich das letzte Mal gelohnt, auch wenn wir einige Änderungen an einigen Etappen vornahmen. Diesmal nutzen wir die Varianten und Wahl der möglichen Pässe auf dem Weg zum Comer See und erstellen einen Alpencross, der uns gut zu passen scheint. Da fast alle Touren historisch bedingt ihren Reisestart in Oberstdorf beginnen, wird ein eigens kreirter Puzzlestein zum Anschluß der Route von Konstanz bis Nenzing entworfen. 

Tourenbilder 1:

 

 
Alpencross Tourstart

wie im Jahr davor - jetzt gehts los!

 

 

 
im Rheintal unterwegs

auf dem Rheinradweg

 

Teil III. Wir treffen uns pünktlich um 9:00 Uhr vor der Hafenhalle in Konstanz. Neptun scheint dieses Jahr keine Lust zu haben uns mit einer feuchten Begrüßung von oben Willkommen zu heißen, der Wettergott ist diesmal auf unserer Seite. Bei schönstem Sonnenschein radeln wir den altbekannten Rheinradweg am Schweizer Bodenseeufer entlang bis zur Rheinmündung. RomanshornRorschach, Arborn und die ganzen kleineren Ortschaften dazwischen kommen uns wieder bekannt vor.

 

Diesmal erleben wir den Radweg am Rhein entlang in gänzlich anderer Konstellation: anstatt in Gummigewändern gehüllt sich durch den Regen vorwärts zu kämpfen, dürfen wir in sommerlich freier Radkleidung jeden Meter ohne körperlich einengende Widerstände unsere Fahrt genießen. Es ist ein tolles Gefühl, wenn die sonst vor Regen schützende Zwangsjacke im Rucksack sich heute langweilen darf. 

Teil IV. Irgendwo bei Lustenau legen wir unsere Mittagspause ein. Aus Angst vor dem Verhungern befestigte ich noch letztes Jahr am Lenkerrohr rund zwanzig Knabberriegel mit Schokoladen-, Nuß- und sonstigen Geschmacksnoten. Schön in einer Plastiktüte eingewickelt und mit einem Spanngurt gesichert, transportierte ich meine wenn-wir-mal-in-Not-geraten-Ration munter bis nach Italien. Dieses Jahr habe ich das Notpaket auf fünf Riegel reduziert und fühle mich trotzdem sicher. Aus Erfahrung lernt man.

 

Die Mittagspausen sind immer ein schönes Zwischenziel auf unseren Etappen. Findet sich ein gemütlicher Platz, vielleicht noch mit einer schönen Aussicht, ist die halbe Arbeitsleistung eines Tages fast schon erledigt. Wir sind auf eine einsame Sitzbank an einer stillgelegten Eisenbahnstrecke getroffen und haben uns gefragt, wer auf die Idee kam hier eine Bank aufzustellen. Letztendlich ist es uns egal, für uns war sie jedenfalls passend zur Pause frei und nicht belegt. 

Tourenbilder 2:

 

 
Pause an den Bahngleisen

Mittagspause

 

 

 
an der Rheinmündung

 im Hintergrund die Ill vor Feldkirch

 

Teil V. Wir liegen gut in der Zeit und ein großer Teil der vorgesehenen Tagesetappe ist geschafft. Immer näher schieben sie die Alpen an uns heran und belagern uns zunehmends von beiden Seiten. Ein schöner Anblick, wissen wir doch, dass spätestens Morgen der erste Berg wieder auf uns wartet. Nach einer guten Weile erreichen wir die Mündung des Flusses Ill (ein großes I wie Ida mit zwei kleinen ells). 

 

Ab dieser Gabelung ist es dann nicht mehr weit bis Feldkirch und wir verlassen den Radweg am Rhein. Es sind gut zehn Kilometer, die wir durch Waldgebiet immer am Fluss entlang bis Feldkirch fahren. Ab jetzt geht es landeinwärts mit Ziel auf Nenzing. Kommt uns die Strecke wieder bekannt vor, so zeigen sich auch andere Merkmale des letzten Jahres wieder: das Schmirgelpapiergefühl auf der Sitzfläche ist wieder zurück und uns blüht die nächsten Tage erneut die Geißelung auf dem Mountainbikesattel. Oje, aber wir haben es nicht anders erwartet.

Teil VI. Wir durchfahren Feldkirch und sind trotz des unangenehmen Sitzgefühls guter Laune, da es bis zu unserem Tagesziel nur noch knapp zehn Kilometer sind. Immerhin drehten sich heute unsere Laufräder wieder unzählige Male und hat die Gesamtstrecke auf gute hundert Kilometer Strecke aufsummiert. Es ist schon beeindruckend, welche Entfernungen auf einem Mountainbike möglich sind.  

 

Wir beschließen den Ausflug heute in Nenzing zu beenden und uns auszuruhen. Nenzing ist ein kleiner Ort, der gut sortiert und nach unserem Befinden von netten Menschen bewohnt ist. Wir fragen ein paar Einheimischen nach Unterkünften und nach kurzer Zeit finden wir eine tolle Bleibe bei einer freundlichen Vermieterin, die uns ein schmuckes Ferienhäuschen anbietet. Die Freude auf ein gutes Abendessen und Trinken auf einem nahe gelegenem Campingplatz lässt den ersten Tag ohne weitere Wünsche perfekt ausklingen.

Tourenbilder 3:

 

 
unser Blockhaus in Nenzing

idyllisches Heim in Nenzing

 

 

 
das Haus in Nenzing

die Hütte in Nenzing von innen 

 

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