2. Über den Nenzinger Himmel

Hütten in den Bergen

Berghäuser am Nenzinger Himmel

 

 

Streckenprofil:

Länge:     55 km, 
Höhe:      1350 Hm, 
Dauer:     8:10 h, 

Wetter:  ♦♦
Strecke: ♦♦♦♦
Level:    ♦♦♦♦

Highlights:

  • schöner Waldweg oberhalb des Rheintals bis Balzers
  • Ruhe am Nenzinger Himmel

Über den Nenzinger Himmel

Teil I. Das Erste, was am zweiten Tag unserer Reise sich meldet, sind die Oberschenkel: immer regelmäßig im Training gestanden, aber nicht der Dauerlast gewohnt, die eine Alpencrosstour fordert. Das Zweite und sehr viel unangenehmere Gefühl kommt aus dem rechten Kniegelenk. Seit dem späten Nachmittag am Tag davor habe ich immer stärkere Knieschmerzen bekommen. Jetzt hoffe ich, dass sie wieder verschwinden.

 

Wir stehen wie immer so gegen halb acht auf. Ein Blick durchs Fenster zeigt uns einen sonnigen Himmel und wir freuen uns, dass unsere Transalp-Unternehmung mit so schönem Wetter beginnt. Das Frühstück richtet uns die nette Wirtin in ihrem Haus an. Ein großer wuscheliger Teppich, das ist wohl ihr Hund, freut sich sichtlich über die neuen Gäste. Wir erhalten ein Frühstück vom Feinsten: von Brötchen über Ei und Käse und Aufschnitt ist so alles dabei, was zum Bleiben bewegt.

Teil II. Heute führt unsere Radtour über den sogenannten Nenzinger Himmel. Das ist der Name einer Alpe, die im Gamperdonatal bei Nenzing liegt. Viele kleinere Ferienhäuser sind in den letzten Jahren hier gebaut worden und der Tourismus hat auch hier seinen Einzug gefunden. Wir fahren zuerst eine Asphaltstraße vom Ortskern aus den Berg hoch und kommen am Alpencamping Nenzing vorbei, wo wir am Vorabend sehr gut gegessen haben.

 

Die Strecke geht etwas weiter oben dann in einen Schotterweg über, der sich gut fahren läßt. Meter für Meter schrauben wir uns den Berg hoch und an baumfreien Stellen haben wir einen tollen Blick Richtung Osten auf die umliegenden Berge. So schön der Weg zu fahren ist, beginnt über uns der Himmel zunehmend dicht zu machen. Die Wolkendecke schließt sich immer mehr und es wird grauer. Schade, fing der Morgen doch so gut an. 

Tourenbilder 1:

 

 
an der Alpe Gamp

auf der Alpe Gamp

 

 

 
der Nenzinger Himmel

Radler am Nenzinger Himmel

 

Teil III. Ab jetzt wird der Weg immer schmaler und auf den meisten Abschnitten ist nun Schieben angesagt. Die Wege sind steil und oft mit größeren Steinen verblockt, es gibt keine Chance hier zu fahren, denn nach ein paar Metern wird man oft wieder zum Absteigen gebeten. Nach gut drei Stunden erreichen wir das Mattajoch, auf gut 1870 Höhenmeter gelegen. Hier ist der Grenzverlauf zwischen Österreich und Lichtenstein.

 

Angst vor großen Kühen darf man in dieser Gegend nicht haben, denn auf den Wiesen und auf den Wegen treffen wir auf unsere großen Wegbegleiter. Ob stehend oder liegend, überall sind die großen und in sich ruhenden Grasfresser anzutreffen. Eine unangenehme Begegnung haben wir auf unserer Reise jedoch nicht.

Teil IV. Wir legen an der Grenze unsere gewohnte Mittagspause mit Brot, Müsliriegel und unserer 1,5-Liter Colaflasche ein, da wir ein wichtiges Etappenziel erreicht haben. Breite Wolkenbänder hüllen die umliegenden Gipfel ein, der Nebel schluckt die spärliche Geräuschkulisse um uns herum. Noch vor einer Stunde begegnete uns eine geführte Maountainbikegruppe und radelte stramm auf dem Schotterweg an uns vorbei. 

 

An einem leichten Klettersteig ist die Radlergruppe dann mit flinker, gemsenartiger Kletterkunst in den Höhen verschwunden, nur ein leichtes Klickern der Metallplatten von den MTB-Schuhen der Radler konnten wir noch eine Zeitlang hören. Wir bleiben in unserem Takt weit zurück.

Tourenbilder 2:

 

 
Kühe am Nenzinger Himmel

wer nimmt da Reißaus?

 

 

 
Ade Nenzinger Himmel, wir sind in Liechtenstein

Ade Nenzinger Himmel: in Liechtenstein angekommen

 

Teil V. Beim Abstieg weisen uns immer wieder Hinweisschilder auf den Wanderweg nach Malbun hin. Das wäre auch ein denkbarer Weg, unsere Route ist jedoch die große Nordschleife um Güschglehötta, Underhötta und Valorschötta bis nach Grossstäg. Landschaftlich ist das alles eine traumhaft schöne Gegend hier, für uns heute allerdings etwas eingeschränkt, da wir wenig in der Ferne durch den Nebel schauen können.

 

Ab dem Berggasthaus Sücka wird der Weg wieder fahrbar und wir fahren jetzt wieder auf einer Schotterpiste. Der Nebel lichtet sich mehr und mehr, und jetzt sind sogar die Berge auf der westlichen Seite des Rheintals zu erkennen. Wir befinden uns noch weit oberhalb auf ca. 1.400 Meter Höhe über der Ortschaft Triesenberg, ca. 30 Kilometer südöstlich von Vaduz.

Teil VI. Bei Triesenberg entdecken wir einen ausgeschilderten Höhenweg für Wanderer und Radfahrer, dem wir bis Balzers talwärts folgen, der Weg ist spitze. Jetzt hat uns das Rheintal wieder und der hart erarbeitete Höhenanstieg zum Nenzinger Himmel und zum Mattajoch sind dahin. Wir sind wieder auf gut 400 Meter Höhe wie zu Beginn der Tour. Schade, alle Höhenmeter sind weg.

 

Es fängt an zu regnen und wir holen unsere Regensachen aus den Rucksäcken. Da es mittlerweile früher Abend geworden ist, beschließen wir auf die preislich günstigere Schweizer Seite nach Sargans in der Nähe von Mels zu fahren und dort ein Hotel zu suchen. Nach einer guten halben Stunde finden wir im Ortskern ein zweckmäßiges Drei-Mann-Zimmer und bleiben dort. Die Nach über regnet es.

Tourenbilder 3:

 

 
Das Rheintal unter uns

Blick über das Rheintal gen Westen

 

 

 
Blick vom Hotel in Sargans

abends in Sargans angekommen

 

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