Alpencross Lago Maggiore: 4. durch die Greina Hochebene

die Greina Hochebene

Nebelstimmung in der Greina Hochebene

 

 

Streckenprofil:

Länge:     61 km, 
Höhe:      1730 Hm, 
Dauer:     8:20 h,  

Wetter:  ♦♦
Strecke: ♦♦♦
Level:    ♦♦♦♦♦

Highlights:

  • Schwerstarbeit zum Pass Diesrut hoch

Beschreibung der Tour von Elm nach Cumbel:

Teil I. Bei unserer Suche nach einer Bleibe gestern war eine Glücksfee im Spiel: bei einer feudalen Burg fragten wir eine Frau, ob sie vielleicht eine Unterkunft für uns wüsste. Sie selber war die Chefin der zur Herberge umgebauten Burg und da gerade erst eine Schulklasse sich nach Hause begeben hatte, blieb der ganze Kasten heute leer und war für eine Nacht unser. So eine königliche Unterkunft haben wir nie wieder gehabt.

 

Wir wurden von der Chefin sehr fürstlich versorgt und am nächsten Tag haben wir entsprechend fürstlich auch gezahlt, sind vor allem die bereitgestellten Hopfengetränke doch unserer Rücksichtslosigkeit zum Opfer gefallen. Wir packten nun unsere Sachen und heute geht es auf die härteste Etappe unseres Bodensee - Lago Maggiore Alpencross, nur das wissen wir zum Glück selber nicht.

Teil II. Der Panixerpass war schon eine Ausdauer erfordernde Aktion, aber der Pass Diesrut ist noch einiges härter. Ähnlich wie auf dem Weg nach Elm ist auch diese Strecke eine Sackgasse: es geht auf einer Asphaltstraße noch bis zur Ortschaft Vrin und dann ist Schluß. Ab dort geht es dann nur noch auf Wanderwegen über die Berge. Der Weg bis Vrin ist sehr schön, es gibt einen tollen Blick übers Tal hinweg.

 

Doch dann ist endgültig Schluß und unsere Hoffnung, dass wir doch noch einige Höhenmeter mit dem MTB fahren könnten, zerplatzen wie Seifenblasen am Asphalt. Es gibt auch keine langsame Eingewöhnung, sondern wir müssen gleich auf einem engen Wanderweg uns den Aufstieg mit anderen Wandersleuten teilen. Das ist nicht gerade schlimm, da unsere Mountainbikes sich nicht so gut tragen lassen wie ein Wanderrucksack und wir entsprechend langsamer sind.

Tourenbilder 1:

 

 
in der Herberge in Cumbel

Caspar David Friedrich Gemälde mit Stephan in Cumbel

 

 

 
mit dem MTB durch Vrin

auf dem Weg zum Pass Diesrut

 

Teil III. In engen Serpentinen geht es stetig bergauf. An einer kleinen Alm legen wir eine kleine Trinkpause ein. Zum Glück ist heute das Wetter etwas belegt und die Sonne traut sich nicht durch das schummerige Wolkenband hindurch. Für uns ist das gut, denn der Aufstieg mit den Mountainbikes ist ganz schön anstrengend. Schließlich müssen wir wieder über tausend Höhenmeter schiebend und tragend überwinden.

 

Wir kommen kurz ins Gespräch mit ein paar älteren Schweizern und auf die Frage, wo wir denn heute noch hin möchten, antworten wir fast im Chor: "es geht nach Olivone". Viele Schweizer, denen wir auf unseren Reisen begegnet sind, besitzen eine äußerst charmante und diplomatische Weise ein nahezu unmögliches Unterfangen gepflegt so zu antworten: "Oh, da haben Sie ja noch was vor ... heute".

Teil IV. Nicht nur das, der Blick senkt sich zu unseren luftigen MTB-Schuhen und ein zweiter Satz wird angehängt: "Da oben gibt es meist noch ein paar Schneefelder". Mehr nicht, keine Wertung, keine Belehrung, schlichtweg Hinweise der Vorsicht in eine Sachinformation verpackt. Wir schlucken ein wenig bei dem bis-Olivone-Satz, aber mit den Schneefeldern haben wir ja mittlerweile Erfahrung. 

 

Stellenweise erleben wir gewöhnungsbedürftige Untergründe, auf denen wir uns die Steigung hoch quälen. Manchmal ist es eine Kombination aus Schlamm, Schnee und einem uns unbekannten Klebstoff, der uns halb im Boden versinken lässt und bei jedem Hochziehen der Schuhe aus dem Brei schlürfende Schmatzgeräusche von sich gibt. Die Pampe hängt wie Gummibänder an unseren ehemals schönen Radschuhen. Ob wir die jemals wieder sauber bekommen?

Tourenbilder 2:

 

 
das Mountainbike in den Bergen mit Kühen

der Weg ist belegt

 

 

 
schlechtes Wetter in den Schweizer Bergen

die Greina Hochebene

 

Teil V. Irgendwann, nachdem unser Glaube daran fast schon geschwunden ist, erreichen wir den Pass Diesrut. Auf gut 2.400 Höhenmetern haben wir die Hochebene erreicht und die Landschaft wirkt ein wenig außerirdisch. Vielleicht liegt es an der leicht schummerigen Stimmung, die der Nebel hier oben erzeugt. Längst hat sich die Hoffnung auf Sonne verabschiedet und in einem leichten Nieselregen geht es nun durch die Greina Hochebene bis Olivone.

 

Die Greina Hochebene ist gut zu durchqueren und das Schieben unserer Mountainbikes ist jetzt fast keine Anstrengung mehr. Es macht sogar bei dem trüben Wetter richtig Spaß hier mit den Rädern zu wandern, auch wenn ein Blick bei klarem Wetter natürlich noch einiges mehr von der Landschaft zeigen würde. Wir kommen schließlich an eine Weggabelung und dann stutzen wir, denn es geht noch weiter durch die Greina oder zum Lago di Luzzone.

Teil VI. Wir werden leicht verunsichert, denn nun gibt es zwei Varianten zum Weitergehen. Was die bessere Wahl ist, wissen wir nicht und wir entscheiden uns für den Weg nach Olivone über den Lago di Luzzone. In der Hoffnung auf eine schöne Abfahrt wie vom Panixerpass werden wir enttäuscht: fast bis zum Lago di Luzzone müssen wir unsere Räder die Steigung runterschieben oder tragen. Es ist ein bischen ärgerlich, denn wir haben ja schon genug für heute geschoben.

 

Ab dem Lago kommt das goldene Zeitalter. Endlich gibt es wieder Wege und Straßen. So kommen wir in Windeseile nach Olivone in Rekordzeit. Wir haben erneut Glück, denn wir finden ein nettes und auch preiswertes Hotel im Ort. Wir verstauen unsere MTBs in der Garage und bereiten uns auf unserem Zimmer für das Abendessen vor. Da wir hier im italienisch sprechenden Teil der Schweiz nun angekommen sind, entscheiden wir uns natürlich für eine Pizza. Draußen bricht der Himmel auf und es beginnt aus allen Schleusen zu regnen.

Tourenbilder 3:

 

 
matschig gehts zum Lago Maggiore

Fangobad vor dem Pass Diesrut

 

 

 
Uwe und Stephan an der Wendestelle

eine Verschnaufpause zwischendurch

 

Alpencross Lago Maggiore: 4. durch die Greina Hochebene: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4,20 von 5 Punkten, basierend auf 5 abgegebenen Stimmen.

Loading...