Bodensee-Radweg – der Obersee

Streckenprofil:

Länge:     131 km, 
Höhe:      580 Hm, 
Dauer:     9 h,  

Strecke: ♦♦♦♦
Level:    ♦♦♦♦♦

Umrundung des Obersee auf dem Bodensee-Radweg 

Wer eine Runde um den Obersee mit dem Rad unternehmen möchte, wird viele interessante und abwechslungsreiche Regionen des Bodensees und der angrenzenden Länder kennenlernen. So wie alles Licht und Schatten hat, gibt es auch hier neben den wunderschönen Landschaften ein paar Dinge zu beachten, die den Charme der Tour erhalten. Eine Oberseerunde in den Sommerferien zu planen, bedeutet Ausdauer und Geduld mitzubringen. Die Radwege sind teils sehr schmal gebaut und es kommt gelegentlich zu unerwarteten Staubildungen durch anhaltenden Radler oder Spaziergänger.

In Deutschland ist zudem die Beschilderung auf dem Bodensee-Radweg um den Obersee leider oft mit sehr kleinen Schildern versehen, die einfach von ihrer Größe her nicht wahrgenommen werden. Teilweise fehlt auch die Beschilderung an wichtigen Gabelungen oder sie sind versteckt hinter Blättern. Also, Augen auf, damit der Fahrspaß erhalten bleibt!

 

Mit der Autofähre nach Meersburg

Der Start ist am Fährehafen in Konstanz-Staad, wo die Tour mit der Überfahrt nach Meersburg beginnt. Der Fährentakt ist gut, so dass keine langen Wartezeiten eingeplant werden müssen. Das Beladen der Fähre und die Überfahrt dauern jeweils rund fünfzehn Minuten. Als Radfahrer gleich beim Rausfahren hinter der ersten, fahrenden Autofahrspur anstellen, so wird Zeit gespart. Nach Verlassen der Fähre führt der Radweg zuerst durch den unteren Stadtteil von Meersburg. Sehr schön zu sehen sind auf der linken Seite die fürstlichen Gebäude oberhalb des Hangs. Der Hang begleitet uns noch eine Weile und ist bis weit hinter Hagnau mit Wein bepflanzt.

Vor Immenstaad hat man nun die Wahl der Weiterfahrt auf zweierlei Radwegen: entweder mit Muße durch den Ort fahren oder auf dem Radweg an der sonoren Bundesstraße 31 entlang zu fahren. Die Bundesstraße lernen wir spätestens ab Ortsende Immenstaad kennen und begleitet uns dann bis hinter Friedrichshafen.

 

die Gebäude in Meersburg

fürstliche Gebäude bei Meersburg

 

  

Weingut in Hagnau

Weinhänge bei Hagnau

 

Auf dem Bodensee-Radweg nach Friedrichshafen

Schöne alte Häuser und gemütliche Kaffees laden in den Städten und Orten bei der Oberseerunde zum Pause machen ein. Orte, die direkt am See liegen, bieten auch Bademöglichkeiten, Campingplätze und Kinderspielplätze. Kurzum, hier ist alles verfügbar für den Urlaub. Auch wenn vieles sehr touristisch ist, mit dem Rad hier unterwegs zu sein ist Abwechslung pur. Ab Fischbach lernen wir allerdings die Klangkulisse der Straße für eine Weile kennen: Auto an Auto quält sich auf der Bundesstraße zum Vorwärtskommen entlang. Dies ist die einzige Straße, die am See entlang führt und entsprechend stark ist auch der Autoverkehr.

 

In Friedrichshafen muss man gut aufpassen, dass man die Abzweigung auf den Bodenseerundweg nicht verpasst, denn sonst muss man auf dem gut gemeinten Radweg auf der Hauptstraße weiterfahren. Autofahrer blockieren immer wieder die Radspur, man muss gezwungenermaßen in Schlangenlinien sich im Stop-and-go-Verkehr vorwärts durcharbeiten oder halt im Stau hinter einem Auto warten. Es ist kein Spaß, hier zu fahren.

 

Obstanbau bei Kressbronn

Vor Eriskirch beginnt die Welt wieder gut zu werden, denn der Verkehr ebbt ab und es herrscht Stille. Der Radweg führt abseits der Straße durch schöne ruhige Straßen und Wege entlang. Viele Obststände bieten ihre Waren an, überall sind Felder mit Apfelbäumen, aber auch Kirschen, Zwetschgen, Erdbeeren und vieles mehr wird hier in der Region des Bodensees angebaut. Den Schnaps nicht zu vergessen! Denn der wird zufällig auch aus dem ganzen Obstangebot produziert. Wir passieren Kressbronn, Nonnenhorn, Wasserburg. Alles schöne Orte mit viel Freizeitangeboten. In Lindau kann man sich entscheiden, ob man einen Abstecher auf die Insel einplant.

Die Besichtigung lohnt auf jeden Fall, nur dann wird es spät, wenn man am selben Tag noch bis Konstanz wieder zurück fahren möchte. Die Ausschilderung ist bei Lindau ganz gut gemacht und so gelangt das Fahrrad mit Leichtigkeit auf die richtige Fährte in Richtung Bregenz. Bei Zech muss man die Zugschienen queren. Wem das Pech beisteht, der kann teils 15-20 Minuten auf das Öffnen der Schranken warten. 

 

auf dem Bodensee-Radweg Obersee

Stelzenhaus bei Lindau

 

 

die Bühne in Bregenz

Die Seebühne in Bregenz

 

Am Bregenzer Bodenseeufer

Die lang gestreckte Uferzone und der Hafenbereich in Bregenz ist bestens ausgebaut. Hier ist Platz für jeden, ob Radler, Spaziergänger oder Jogger, man kommt sich nicht so leicht in die Quere. Bregenz selber hat gerade einmal gute 30.000 Einwohner, aber durch die Seebühne und die schöne Innenstadt scheint die Größe der Stadt durch die große Zahl an Besuchern ein mehrfaches davon zu sein. 

Hinter Bregenz überqueren wir die Bregenzer Aach. Der Fluß ist nicht unbedeutend, sammelt er doch auf gut achtzig Kilometer Länge alles an Wasser auf, was der Bregenzer Wald so hergibt und transportiert es in den Bodensee. Ein kurzes Stück weiter folgt eine weitere Querung, diesmal ist es der Rheintaler Binnenkanal. Der Radweg verläuft nun oft entlang den Flüssen auf und ab.

 

Uferzone bei Bregenz

Blick auf den Uferbereich vor Bregenz 

 

 

Bach im Rheintal

Im Rheintal vor Rorschach

 

Von Rorschach zurück nach Konstanz

So flach wie eine Flunder ebnet sich die Rheintalregion und man hat das Gefühl, irgendwo in einer norddeutschen Tiefebene zu sein. Wenn nur nicht die Berge im Hintergrund wegweisend wären... Bis Rorschach bleibt es auf jeden Fall ländlich und ruhig, Hektik und Verkehr kommt hier nicht auf. Was man sich wünscht, wäre hier oder dort eine Bank für einen Zwischenstopp.

Ab Rorschach wechseln sich Stadt und Land laufend ab. Wie Vieles, was in der Schweiz sehr gut organisiert ist, erhalten die Radwegmarkierungen für ihre prima Auszeichnungen die Note sehr gut. Gerade an Stellen, wo es gefährlich werden oder man sich verfahren kann, sind immer ausreichend viele und gut sichtbare Hinweise vorhanden. Ich mag in der Schweiz vor allem die roten Wegmarkierungen mit dem aufgedruckten weißen Fahrrad, auch wenn diese nicht einer einheitlichen Markierung des Bodensee-Radweges entspricht, aber welche Markierung ist denn die Richtige? Die Schweizer Schilder haben zumindest eine ideale Größe und sind sehr gut sichtbar. Nach gut 130 Kilometern Fahrstrecke sind Kreuzlingen und Konstanz erreicht.

 

in Rorschach

Hafenbereich von Rorschach

 

 

im Hinergrund der Toggenburg

das Toggenburger Land im Hintergrund

 

Oberseerunde

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km |
bei Lindau am Bodenseeufer: 47.554243, 9.680758
Rheindelta: 47.497546, 9.634323

 

 

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