Video: Kein Druckschmerz mehr beim Radfahren?

Was man selten auf einer Tour beachtet...

Geht es mit dem Mountainbike, Rennrad oder einem anderen Gefährt auf längere Reise, so sind die Planungsvorbereitungen meist klar definiert:

  • Kartenmaterial besorgen
  • Route planen
  • Hotels/Pensionen buchen (oder dem Zufall unterwegs überlassen)
  • Packliste anfertigen
  • anderen Krimskrams noch erledigen

und dann geht es auch schon los auf den Bodensee-Radweg oder einer Transalp über die Alpen oder sonst wo hin. Wenn nun vorher aber nicht fleißig auf dem Fahrrad trainiert wurde, rächt es sich dann spätestens bitterlich, wenn bereits die erste Etappe zu lang erscheint, die Puste unterwegs ausgeht und das Grauen vor dem nächsten Tag erwacht. 

 

Und der Druckschmerz meldet sich

Aber schon hier wird auch eine andere Sache deutlich: nicht nur die Kondition beklagt sich über seine Vernachlässigung, sondern auch das verbindende Element zwischen Mensch und Maschine meldet sich zu Wort. Der Allerwerteste fängt an, sich über den stundenlangen Aufenthalt auf ein und derselben Stelle zu beklagen.

 

bodensee-radweg-rucksack-mtb

es gibt wenig Diskussionsfreiheit - Der Rucksack muss mit

 

Die frühere oder spätere Meldung hängt davon ab, wie lange auf dem MTB oder sonstigem Rad bereits gekurbelt wurde und auch davon, wie viele Trainingseinheiten vor der großen Radtour eingelegt wurden.

Grundsätzlich kann diesem Problem kaum jemand auf Dauer aus dem Weg gehen: der Druckschmerz auf einen wichtigen Körperbereich, der sich sonst selten beklagt ist das Gesäß. Und dieser Schmerz wird umso stärker, je mehr Gewicht von oben auf die empfindliche Stelle drückt. Ob es das eigene Körpergewicht ist oder der Rucksack, der Druck muss weg.

Wir kennen dieses Problem bereits seit Jahren, denn wir fahren jedes Jahr mit unseren MTBs für eine Woche in die Alpen. Am zweiten Tag fangen bereits die Sitzprobleme an, unser Rucksack wiegt in der Regel zwischen 5 - 7 Kilogramm und das drückt auf's Sitzfleisch. Nach nunmehr 10 Jahren Tourerlebnissen habe ich mir mal was überlegt. Bei einem Fully, was wir als altersgerechtes Reisen empfinden, lassen sich nicht einfach Satteltaschen montieren.

 

Lösungsansätze zur Schmerzvermeidung

Um den Druck auf den Sattel zu reduzieren, gibt es auf den ersten Blick zwei Lösungen:

  • ordentlich Gewicht abnehmen
  • ohne Gepäck fahren

Beide Lösungen sind nicht unbedingt leicht umsetzbar, denn wer eh schon einen BMI von 16 hat, wird sicherlich nicht seine letzten Reserven opfern und wer keine Lust auf einen Gepäcktransportdienst durch ein bezahltes Unternehmen oder der weniger geliebten Schwiegermutter hat, wird sich auch hier schwer tun. Was ist dann also noch möglich?

 

Die "MTB-Sitzfreund"- Lösung gegen den Druckschmerz

Die Freude auf dem Bodensee-Radweg oder dem Transalp kann dennoch fortgesetzt werden, wenn das zusätzliche Gewicht auf dem Rücken abgestützt wird. Und das ist prinzipiell auch gar nicht so schwer zu verstehen und gedanklich als Lösung umzusetzen. Die Anforderungen an den MTB-Sitzfreund sind überschaubar:

 

  • keine scharfen Ecken und Kanten, an denen man sich scheuern oder verletzten kann 
  • keine aufwändige mechanische Konstruktion, die fehleranfällig ist
  • Befestigung der Satteltasche muss gewährleistet sein (jeder Platz am Rad ist wertvoll)
  • günstige Materialien
  • einfach herzustellen

 

und das war es auch schon. Die Materialien wurden in einem Heimwerkermarkt gekauft (11,16 €) und in der eigenen Werkstatt verarbeitet.

 

Die Herstellung und Materialien

Als Materialien werden benötigt:

  • 2 Rohrschellen
  • 1 Flacheisen mit vorgebohrten Löchern
  • 2 Unterlegscheiben (10 mm Loch) mit großem Radius
  • 2 Unterlegscheiben (10 mm Loch) 
  • 2 Schrauben mit M10-Gewinde
  • 1 Eisenstange mit 6 mm Durchmesser und 1 m Länge
  • Deluxe-Lösung (kein Muss): 2 auf der Drehbank angefertigte Abstandbuchsen (Aluminium), die zur Fixierung der Stange dienen 

 

Die Fertigung

 

Das Formen der Gepäckauflage

Benötigt wird ein Schraubstock und ein Rohr zum Biegen der Eisenstange in die Form, wie in dem Video gezeigt wird. Das Bearbeiten der Eisenstange wird komfortabler, wenn man ein Eisenrohr mit ca. 1 - 2 cm Durchmesser zum Biegen der Stange nimmt.

 

Unterlegscheiben zur Fixierung der Enden

Die parallel laufenden Enden der gebogenen Stange werden mit zwei Schrauben und Unterlegscheiben in dem Gewinde der Rohrschellen befestigt. Die Rohrschellen besitzen dazu ein bereits vorhandenes Gewinde zur Aufnahme der Schrauben. Die Unterlegscheiben werden im Schraubstock vorher an zwei gegenüber liegenden Stellen um ca. 130 Grad gebogen. Die Biegung verhindert, dass die Eisenstange seitlich an der Unterlegscheibe wegrutschen kann.

Die Schrauben werden mit einem Maul- oder Ringschlüssel so fest angezogen, dass die Unterlegscheiben stramm auf den parallel laufenden Stangen aufliegen.

 

Weitere Verfeinerungen

Deluxe-Variante: Wer eine Drehbank besitzt, kann 2 Führungshülsen anfertigen (z.B. aus Aluminium), die beim Durchführen durch das Flacheisen ca. 4 mm herausragen. Auf der Unterseite des Flacheisens liegt die Hülse mit einem breiteren Kragen auf dem Eisen an, es kann und darf nicht nicht durchrutschen. Die Hülse dient dem Zweck, den Enden der Eisenstange Führung und eine Auflage für die Unterlegscheiben zu geben, sozusagen die edlere und weniger grob wirkende Variante.

 

Der Fahrtest

Dazu gibt es das Video. 

 

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